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Serge Thion

Historische Wahrheit oder Politische Wahrheit?

Die Macht der Medien: der Fall Faurisson

 

2. Der historische Aspekt

Es gibt meiner bescheidenen Meinung nach zu derartiger Fragestellung mindestens einen Grund: niemand bestreitet, dass zwischen den Aussagen der Zeugen, zwischen denen der Zwangsverschickten, der vor den alliierten Gerichten stehenden Nazis und auch zwischen den Historikern, die sich um eine Aufarbeitung der Deportationen im Sinne der Geschichtsschreibung bemuehen, grosse Differenzen und Unvereinbarkeiten bestanden und bestehen, - und zwar im Hinblick auf die Lage, auf die Funktionsweise und selbst auf die Essistenz gewisser Gaskammern.

Davon eine Vorstellung zu erhalten, lese man die wenigen Seiten (drei in einem Buch von 667) die Frau Olga Wormser-Migot in ihrer Arbeit "Das System der Konzentrationslager der Nazis 1933- 1945"/6/ dem "Probleme der Gaskammern" gewidmet hat. Sie behandelt lediglich Mauthausen und Ravensbrueck; und bemerkt, dass die Zeugen sich widersprechen, dass viele Aussagen von Unwahrscheinlichkeiten strotzen, dass die Kommandanten der Lager den Eindruck machten, als suchten sie, vor ihrem Anklaeger stehend, ausgesucht schreckliches zu berichten oder dass ihre "Gestaendnisse" (die Anfuehrungszeichen sind von Frau O. W-M.) ihr ausgesprochen "singulaer" erschienen. Zeugenaussagen wiedergebend, die die Gaskammern nach Mauthausen und Oranienburg plazieren, schreibt sie: "Diese Behauptungen erscheinen mythischen Ursprungs". Bezueglich Ravensbrueck, wo die Gaskammer nach Mitteilung von Marie-Claude Vaillant-Couturier eine Holzbaracke gewesen sein soll, "stellte man schliesslich fest, dass die Berichte von der Essistenz von Gaskammern erst im Februar 1945 - dem Datum der Ankunft aus Ausschwitz Deportierter - einsetzten". Eine im uebrigen ebenfalls umstrittene Aussage.

Diese Ausfuehrungen einer Historikerin, die dem Gegenstand ihrer Forschung mehrere Jahre gewidmet hat, haben die angesehene Ethnologin Germaine Tillion, die selbst wegen ihrer Teilnahme am Widerstand in Ravensbrueck inhaftiert war, schmerzlich beruehrt. Sie hatte von Beginn ihres Aufenthalts im Lager und auch nach ihrer Befreiung alles gesammelt, was ihr im Hinblick auf die Deportationen und die Funktionsweise des Lagers von Bedeutung erschien. Dank einer aeusserst praezisen, von grossem methodischen Geschick gepraegten Arbeitsweise, gelang es ihr, einen beachtlichen Teil der Geschichte dieses Frauenkonzentrationslagers zu rekonstruieren. /7/ Sie hat beispielsweise nachgewiesen, dass bestimmte praezise Erinnerungen vollstaendig falsch, bzw. in Ort oder Zeit verschoben sein muessen. Und gewiss ist, um nur winzige Sachverhalte zu sichern, eine enorme Erfassungs- und Zuordnungsarbeit zu leisten. Wenn sie dann aufzeigt, dass die Existenz der Gaskammern von niemandem in Zweifel gezogen wurde - und ganz sicher nicht von der vor Gericht stehenden SS -, aber nicht ein einziges unstrittiges Zeugnis fuer diese bringt, diese gar auf dem von ihr publizierten detaillierten Lagerplan nicht auffuehrt, ist um so mehr Anlass zum Staunen gegeben. Sie konnte sich nicht vorstellen - das wird beim Lesen dieses ernsthaften und beruehrenden Buches klar -, fuer etwas, das in ihren Augen doch so offensichtlich und eindeutig war, einen Beweis liefern zu muessen.

Die berufsmaessigen Historiker aber sind offenbar unter den Vertretern ganz anderer Auffassungen zu finden: bei denen, die diese Gaskammern fuer einen Mythos halten. Das schafft betraechtliche Verwirrung. Wer die Sache ein wenig aus der Naehe betrachtet, dem wird schnell klar, dass die Zeugenaussagen, so wie sie bei den Nuernberger Prozessen und anderswo aufgezeichnet wurden, von der Mehrheit der Historiker - und unter ihnen auch solchen, die der Vorstellung von der Nichtexistenz der Gaskammern durchaus feind sind - heutzutage nicht mehr als gegeben betrachtet werden. Der Direktor des hoechst offizioesen Instituts fuer Zeitgeschichte in Muenchen schrieb 1960, es habe im Altreich keine "Massenvernichtung der Juden durch Vergasung" gegeben. Diese "fand ausschliesslich an einigen wenigen hierfuer ausgew,hlten [...] Stellen, vor allem im besetzten polnischen Gebiet (aber nirgends im Altreich) statt: in Auschwitz-Birkenau, in Sobibor am Bug, in Treblinka, Chelmno, und Belzec" /8/. Ich glaube, dass dies den Konsensus der meisten gegenwaertig auftretenden Historiker bildet. Manche wenden ein, dass die Erklaerung gelegentliche Vergasungen oder auch die Vergasung von Nicht-Juden an Orten wie etwa Dachau, wo die Zahl der Juden gering war, nicht ausschliesst. Der Brief Martin Broszats aber, den dieser als Entgegnung zu einem zuvor in dieser Zeitschrift erschienen Aufsatz schrieb, traegt den Titel: "Keine Vergasung in Dachau".

Wird die These akzeptiert, derzufolge Gaskammern nur auf polnischem Gebiet in Betrieb waren, so muessten aus dem Register nazistischer Untaten eine Anzahl benannter - und ebenso bezeugter - Verbrechen gestrichen werden: das wuerde fuer Dachau, Struthof (Elsass), Ravensbrueck, Mauthausen-Hartheim, und viele andere Orte gelten. /9/ David Rousset erwaehnt auf den ersten Seiten seines bemerkenswerten Buches "Jours de notre mort" ("Tage unseres Todes") eine Gaskammer in Buchenwald, deren Existenz bis dahin von niemandem behauptet wird. /10/ Man hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es sich bei dem Buch um einen Roman handele, der Geschehnisse verbinde, die sich in der Realitaet an verschiedenen Orten zugetragen haben. Mag sein. Aber dann haette man diesen komponierten Ort nicht "Buchenwald" nennen sollen. Denn so stiftet es unnoetige Verwirrung. Im Konzentrationslager Dachau haben die Verantwortlichen im nachhinein ein Hinweisschild zur angeblichen Gaskammer um den Zusatz ergaenzen muessen, dass diese niemals in Betrieb gewesen sei. Gleichwohl bringt Germaine Tillion uns den Bericht von Herrn Albert Fribourg, Chemiker, seinerzeit im Range eines Hauptmanns Angehoeriger der franzoesischen Militaermission bei der US-Armee, der das Lager Dachau sechs Tage nach der Befreiung, im April 1945, besuchte hat. Er wiederum sagt, dass die Gaskammer in Funktion war. Was also glauben? Was soll der Laie mit diesen Zeugnissen, die, so ueberzeugend sie auf den ersten Blick sind, so vollkommen entgegengesetzte Dinge behaupten, machen? Soll man sich "diesen Werken aus zweiter Hand, deren Autoren sich durch Berge unglaublich widerlichen Geschreibsels - dazu oft genug pure Faelschungen - zu lesen hatten, und groesste Muehe, Geduld und Geschick aufbringen mussten, sich nicht in diesem Haufen blutigen Troedels zu verlieren" /11/, soll man sich diesen Werken anvertrauen? In was fuer ein Labyrinth sind wir gefallen? All diese Autoren weisen auf die Faelschungen hin, sehen sich aber nicht in der Lage, diese konkret zu benennen. Sich ein gewisses Urteil ueber den Stand unserer Kenntnisse bezueglich dieser schrecklichen, so nahen und zugleich so fernen Zeit zu bilden, mag man sich mit dem behelfen, was Leon Poliakov - als einer von denen, die am ausgiebigsten zu dieser Frage gearbeitet haben - in seinem Vorwort zur Neuausgabe seines klassischen "Breviaire de la haine" ("Brevier des Hasses") schreibt:

"Der Stand der Dinge ist doch sehr eigenartig. Auf der einen Seite ist der hitler'sche Genozid zu einem der grossen Mythen der Gegenwart geworden, der heute nahezu jede politische oder ethische Positionsbestimmung den Juden gegenueber beeinflusst, den die revoltierenden Pariser Studenten, die Kirchenfuehrer, die Staatschefs, die Schriftsteller und Moralisten aller Laender, auf ihre jeweils eigene Art anriefen. Auf der anderen Seite findet ungeachtet des Interesses, das die breite Oeffentlichkeit der Geschichte des Zweiten Weltkrieges entgegenbringt, ungeachtet des Eichmann-Prozesses und der Vielzahl von Arbeiten, die sich in juengster Zeit mit der Person Hitlers beschaeftigen, findet das charakteristischste seiner Unternehmen - das seinen Namen so abstossend, das aus ihm eine Beleidigung gemacht hat - bei Historikern, an den Universitaeten und auch sonst, kaum Interesse. Entsprechend haben wir in den letzten fuenfundzwanzig Jahren mehr ueber das antike Aegypten oder die Bartholomaeusnacht erfahren, als ueber die Endloesung der Judenfrage.

Warum diese, der Neigung der Oeffentlichkeit zum Vergessen entsprechende, Zurueckhaltung? Liegt der Grund nicht in unbestimmten Schuldgefuehlen? Und zwar in denselben, die auch den Antisemitismus seit 1945 unter Tabu gestellt und ihn gezwungen haben, sich zu verstellen? Sollte es eben dieser Schrecken sein, der fortan die Geissel der Zensur ueber den Tatsachen schwingt (mit einer Haerte, die psychologisch betrachtet auf Verborgenes, Verdraengtes deutet) und alle Versuche, in Erfahrung zu bringen, was den Juden wirklich zustiess, wie ihre Henker vorgingen und warum diese zu solchen geworden sind, entmutigte. [Muss ich das "Wie" und das "Warum" hier noch unterstreichen?] Von dieser Art scheint die Verbindung zwischen der Unpopularitaet des Themas und der Aechtung der Rede darueber - wenn nicht gar ihres Gegenstandes - zu sein; die Tendenz, sich moeglichst nicht mit dieser dunklen Seite der Geschichte, mit den Leiden der Juden, aufzuhalten, ist wohl der Zensur und aehnlichen gegenueber der Vergangenheit errichteten Hindernissen geschuldet." /12/

Man staunt nicht schlecht, denselben Leon Poliakov, der sich hier fuer neuerliche, vertiefte Forschungen, fuer die Frage nach dem Wie und Warum einzusetzen scheint - und zwar frei von jeglichen, diese Forschungen behindernden "unbestimmten Schuldgefuehlen" -, eben diesen Leon Poliakov bei den Unterzeichnern der Erklaerung der vierunddreissig, ja, in ihm einen ihrer Anreger zu sehen. Ob es diesen neuen Konkordisten gefaellt oder nicht: es ist ein bitterer Streit zwischen Autoren ausgebrochen, die sehr aehnliche Grundsaetze vertreten. Sollten sie nicht von Berufs wegen bestrebt sein, all die Legenden, unwahren Zeugenaussagen, und die vorsaetzlichen Faelschungen, die den Weg zu den Tatsachen verdunkeln, aus dem Weg zu raeumen? M. Planchais, der bei der Erklaerung der Historiker die Federfuehrung uebernahm, muss sich zumindest Fluechtigkeit vorwerfen lassen. Er schreibt: "Dass es nicht in allen Konzentrationslagern Gaskammern gab, und selbst in einigen von denen nicht, in denen man diese den Pilgern und Touristen zeigt, ist eine von den Spezialisten und den unmittelbaren Zeugen anerkannte Tatsache." Das ist falsch; entweder weiss M. Planchais von der diesbezueglich mangelnden Uebereinstimmung nichts, oder er uebergeht diese stillschweigend.

Sollte aber die Tendenz der gegenwaertigen, von den vierunddreissig Unterzeichnern sanktionierten Geschichtsschreibung darauf hinauslaufen, die Symbole des Massenmords in Richtung Osten zu schieben, indem eine von der deutschen Verwaltung niemals gebrauchte Unterscheidung zwischen "Vernichtungslagern" und "Konzentrationslagern" (der einzigen historisch bezeugten Vokabel) eingefuehrt wird, ist es denn dann vollkommen illegitim, sich versichern zu wollen, dass die Dokumente diesmal nicht gefaelscht, dass die Zeugen sich nicht geirrt und die Gestaendisse vor Gericht alle nach bestem Wissen zustandegekommen und ueberpruefbar sind? Ist es dann verwerflich, angesichts einer Quellensammlung, aus der das Element der Wahrhaftigkeit sich immer wieder verfluechtigt, ein wenig Ordnung und System in deren kritische Aufarbeitung zu bringen? Auch wird die Frage nicht zu vermeiden sein, wie man denn die inzwischen als falsch erkannten Zeugenaussagen in Bezug auf die Gaskammern im Westen von den - oft aus gleicher Quelle stammenden - Aussagen zu den Lagern im Osten trennen will. Wie will man daran vorbeikommen, die Arbeitsweise des Tribunals von Nuernberg zu hinterfragen, /13/ eines Tribunals, in dessen Statuten steht, "Der Gerichtshof ist an Beweisregeln nicht gebunden, ..." und "Der Gerichtshof soll nicht Beweis fuer allgemein bekannte Tatsachen fordern, sondern soll sie von Amts wegen zur Kenntnis nehmen ..."/14/ Wird man umhinkoennen, den Wert der von sowjetischer Seite gelieferten Dokumentationen in Frage zu stellen? "Unmittelbar nach der Befreiung des Lagers Ausschwitz machte sich die Ausserordentliche Kommission der Sowjetunion zur Untersuchung der deutschen Verbrechen unter Vorsitz von Dimitri J. Koudriavtchev an die Arbeit."/15/ Die strahlendsten Ruhmestitel dieser Bluetezeit des Stalinismus kommen noch immer den Juristen der Moskauer Prozessen zu. Es hat nicht viel gefehlt, und eben diesen sowjetischen Juristen waere es in Nuernberg gelungen, die Verantwortung fuer das Massaker an den polnischen Offizieren - deren Massengrab von der vorrueckenden deutschen Armee bei Katyn entdeckt wurde - den Nazis in die Schuhe zu schieben. Seltsamerweise aber sind die Leute, die doch gewarnt sein sollten, bei bestimmten Themen noch immer zu jedem Vertrauenskredit an Sowjets und Polen bereit, ganz so, als ob der weithin bekannte Antisemitismus der letzteren die Ehrenhaftigkeit garantierte, - wohl wissend, dass der Antisemitismus der Nazis gerade die entgegengesetzte Wertung erfaehrt. Wie serioes ist das eigentlich?

Aber gibt es nicht, von diesen Arbeiten zur Sicherung des Faktischen abgesehen, auch sonst einiges neu zu bedenken? "Alle Geschichtsschreibung", sagt Paul Veyne, "haengt einerseits von der Problematik, der sie sich stellt, andererseits von der Quellenlage ab. Kommt es zu einer Blockade der Geschichtsschreibung, so ist das stets entweder dem Mangel an Quellen, oder aber einer inzwischen ueberholten Fragestellung geschuldet. Wie die Erfahrung zeigt, kommt es sehr viel oefter zu einer Sklerose der Problemstellung als zu einem Stillstand auf Grund einer Erschoepfung der Quellen; selbst bei spaerlicher Dokumentation lassen sich in der Regel weitere Fragen finden, die zu stellen bis dahin nur niemand versucht hat." /16/

Wie es aussieht, haben wir es bei dem Phaenomen, das Poliakov beschreibt, mit eben solch einer blockierten Geschichtsschreibung zu tun. /17/ Man kann sich ueber die historischen Gruende dieser Unbeweglichkeit in der unmittelbaren Nachkriegszeit - dieser Zeit materieller und ideologischer Rekonstruktion - auslassen. Man muesste von dem Klima sprechen, das zu dieser Zeit herrschte, von dem Monopol, das die Kommunisten sich und ihren Weggefaehrten gegenueber allem errichteten, was mit Krieg und Widerstand zu tun hatte - und dem Terror und den Gemeinheiten, die dem Krieg unter dem Namen "Reinigung" folgten. Lesen Sie, oder lesen Sie in diesem Zusammenhang noch einmal, was Jean Paulhan, ein Teilnehmer des Widerstands, aber auch und vor allem ein aufmerksamer und kritischer Geist, in "De la Paille et du grain" und in "Lettre aux directeurs de la Resistance" geschrieben hat. /18/

Der gewoehnliche Sterbliche glaubt zweifellos - wie auch ich es eine lange Zeit geglaubt habe - wir wuerden im Hinblick auf die Vernichtungspolitik der Nazis ueber eine ungeheure Menge an Dokumenten und vertrauenswuerdigen Zeugenaussagen verfuegen. "Abondance de preuves" ("Beweise im Ueberfluss") titelte Georges Wellers, ein Goldschmiedemeister dieser Materie, in le Monde /19/. Francois Delpech, der schlicht und einfach "Die Wahrheit ueber die 'Endloesung'" in Aussicht stellt, spricht von einer "Vielzahl von Zeugnissen, Dokumenten und Arbeiten aller Art". /20/ Dieser Meinung ist ein anderer Spezialist, Leon Poliakov, nicht unbedingt: "Einzig das Unternehmen der Vernichtung der Juden liegt, sowohl was seine Konzeption betrifft, als auch im Hinblick auf viele andere wichtige Aspekte, noch immer im Nebel. Psychologische Reflexionen und Herleitungen, Berichte aus dritter und vierter Hand gestatten es, den Hergang mit betraechtlicher Wahrscheinlichkeit zu rekonstruieren. Gewisse Einzelheiten jedoch werden fuer immer unbekannt bleiben. Was die Konzeption, den eigentlichen Plan der vollstaendigen Vernichtung angeht, so haben sich dessen drei oder vier Urheber im Mai 1945 umgebracht. Kein einziges Dokument ist hiervon geblieben, vielleicht hat auch niemals eines existiert. Das ist das Geheimnis der Meister des Dritten Reiches. Ruhmredner und Zyniker, die sie bei anderen Gelegenheiten waren: ihr wichtigestes Verbrechen nahmen sie mit ins Grab."/21/ Bei welch anderem Gegenstand gaebe man sich mit psychologischen Betrachtungen und mit Herleitungen aus dritter und vierter Hand zufrieden, um eine Rekonstruktion als "hoechstwahrscheinlich" zu qualifizieren? Faellt denn niemandem das psychologisch eher unwahrscheinliche der oben zuletzt zitierten Aussage auf? Ich kann mich mit dieser Art von Versicherung nicht zufrieden geben. Diese Sicherheiten sind auf Sand gebaut. Ich sage nicht, dass Herr Poliakov recht oder unrecht habe; aber er gibt uns allen Grund, das, was er uns schliesslich als Resultat vorstellt, eher als Hypothese zu betrachten. Diese Hypothesen seien nicht auf die uebliche Weise zu verifizieren, sagt man, denn es gibt keine Dokumente; was fuer den, der vom Funktionieren der deutschen Verwaltungsmaschinerie ein wenig Ahnung hat, kaum glaubhaft klingt. An der Peripherie der Institutionen hat sich indessen eine andere Schule entwickelt, die sich die revisionistische nennt. In sich durchaus verschiedenartig, scheint mir der gemeinsame Nenner im Insistieren auf der Tatsache zu bestehen, dass ein Teil unseres heutigen Deutschlandbildes sich direkt aus der alliierten Kriegspropaganda herleitet; eine Propaganda, die um die Wahrheit ihrer Behauptungen ebensowenig besorgt war wie der Feind, den sie bekaempfte. Niemand bestreitet im uebrigen weder dass es eine solche Propaganda gab, noch dass ihr ein bestimmter Zug, die Tatsachen zu verdrehen, eigen gewesen sein koennte. Die "Freie Welt" hat uns waehrend der verschiedenen Kolonialkriege sehr erfolgreich vergiftet, hat uns an die mediale Vergiftung gewoehnt: waehrend des Algerienkrieges, im Zusammenhang mit verschiedenen Operationen der CIA, waehrend des Indochinakrieges etc. Derlei Beispiele liessen sich bis zum Erbrechen aufzaehlen. Jeder weiss es, ist sich aber vielleicht nicht bewusst, dass die Wirkungen der Propaganda mit dem Wegfall des Grundes und Ereignisses, in dessen Zusammenhang sie gefuehrt wurde, sich keineswegs sofort verfluechtigen. Auch ich war sehr lange der Meinung, und vertrat diese, der Algerienkrieg habe eine Million Tote gekostet. Es ist noch nicht lange her, dass einige Freunde, die sich besser informiert hatten, mich freundlicherweise wissen liessen, dass auf Grund genauerer Forschung die Hoehe der Opfer mit der Haelfte, wenn nicht gar einem Drittel der Zahl beziffert werden muesse, die ich seinerzeit in gutem Glauben von der algerischen Propaganda uebernahm. Was nun Nazi-Deutschland betrifft, so scheint sich niemand ernsthaft die Muehe zu machen, reine Propaganda, Phantasien verschiedener Zeugen, oder Erfindungen von offizieller Seite von jenen Zeugnissen zu trennen, die dem Bereich der ueberpruefbaren Tatsachen angehoeren. In bezug auf den Ersten Weltkrieg ist diese Arbeit durchaus geleistet worden, sie koennte als Modell dienen. /23/

Es ist hier nicht der Ort, in dieser Frage allzusehr in die Tiefe zu gehen. Ich bin kein ausgewiesener Kenner der deutschen Geschichte; dass hier aber wichtige Erkenntnisse ignoriert, von der Presse totgeschwiegen und abgebuegelt werden, ist nicht zu uebersehen. Die Affaire um Faurisson wirkt geradezu wie ein Durchbruch der Revisionisten; der um so ueberraschender kam, als dieser lange Zeit erfolgreich verhindert wurde. Man muss davon etwas wissen, um die Kritik des Historikers Francois Delpech zu verstehen:

"Die "Revisionisten" bedienen sich saemtlich einer alten polemischen Technik, auf deren Wirksamkeit nicht erst hingewiesen werden muss: der Hyperkritik. Das Verfahren besteht darin, in der ungeheuer grossen und zwangslaeufig sehr verschiedenartigen Menge der Literatur, die die Verfolgungen durch die Nazis zum Thema hat, nach Fehlern und Uebertreibungen zu suchen, diese mit der Nadel aufzuspiessen und wieder und wieder darauf herumzukaeuen, auf diese Weise den Schatten des Verdachtes auf das gesamte Geschehen zu werfen, und dieses en bloc zu leugnen."

"Seit langer Zeit wird ein Geschehen, das von zwei unabhaengigen und wohlinformierten Quellen attestiert - gleichwohl unter dem Vorbehalt spaeterer Bestaetigung - von den Historikern fuer wahr, oder doch fuer sehr wahrscheinlich gehalten; uebertriebene Kritik aber als solche auch benannt. Sie haben Einwaende und Infragestellungen bereitwillig zugelassen; vorausgesetzt, dass diese vernuenftig waren, auf serioeser Argumentation beruhten. Dies ist bei der gegenwaertigen Kampagne, die darauf zielt, Zweifel an der Realitaet des Holocausts zu wecken, nicht der Fall. Trotzdem ist es einigermassen schwierig, der Hyperkritik zu entgegnen; man riskiert, in der Flut der Einzelheiten unterzugehen, das Gebaeude des Ganzen aus dem Blick zu verlieren."

Darauf liesse sich zunaechst vom Grundsatz her antworten, dass der Begriff der Hyperkritik aus guten Gruenden selten bemueht wird, ist er doch in sich wenig tragfaehig, in gewissem Sinn sogar widerspruechlich. Wenn dieser Begriff, wie das Woerterbuch sagt, "minutioese Kritik, systematisch praktiziertes Bezweifeln" bedeutet, so ist das nichts wirklich verwerfliches. Descartes war in diesem Sinn gewiss ein Hyperkritiker. Wenn aber die Kritik nicht mehr Kritik genannt werden soll, und der Zweifel nicht mehr Zweifel, - denn etwas Offensichtliches zu leugnen, sei kein Zweifel, sondern Zweck - dann verliert dieser Begriff seinen Sinn.

Zu lesen, wie sich Delpech die Arbeit der Historiker vorstellt - mit seinen beiden, sich bestaetigenden Quellen - ist geradezu amuesant; das gehoert in die naive Welt journalistischer Tugendlehre. Niemand arbeitet auf diese Weise. Es gibt gute Quellen und schlechte, und die Kunst besteht darin, diese ihrem Wert entsprechend einzusch,tzen; wirkliche Sicherheit, dass zwei Quellen tatsaechlich voneinander unabhaengig sind, ist so gut wie nie zu gewinnen. Am besten aber gefaellt mir der "Vorbehalt spaeterer Bestaetigung". Was heisst "spaeterer"? Ist die Tuer zur Fortfuehrung des Verfahrens, falls die Verifizierung etwa sichverzoegern, oder gar als unmoeglich erweisen sollte, nicht stetsgeoeffnet? Man beachte auch die Gewissenhaftigkeit, "Einwaende und Infragestellungen bereitwillig zuzulassen" die auf "serioeser Argumentation" beruhen. Man moechte meinen, dass ein Historiker, dem an der Zerstreuung all der Zweifel gelegen ist, die fehlende Ernsthaftigkeit der Argumente Faurissons, deren mangelnde Standfestigkeit, demonstrieren wuerde. "Dies ist bei der gegenwaertigen Kampagne nicht der Fall", schreibt er im Stil endgueltiger Widerlegung, um hinzuzufuegen, man riskiere, "in der Flut der Einzelheiten unterzugehen"; und hat auf diese Weise eine nicht geringe Zahl seiner Kollegen, die bislang den Fehler machten, sich um eben diese Einzelheiten zu kuemmern, zur Arbeitslosigkeit verurteilt... Dem Hyperkritiker aber traut man wohl zu, sich vor der Flut der Einzelheiten zu retten; man haelt ihn nicht fuer gefaehrdeter als den Fisch im Wasser.

Das Unglaubliche aber, das wirklich Beunruhigende in dieser Frage - abgesehen vom Kontrast zwischen der Schwere des Themas und der pauschalen Art der Darstellung - ist die schmale, die duerftige Quellenlage, - wenn man aus der Menge der Zeugen jene herausnimmt, die nichts gesehen, nur etwas gehoert haben. Man ist geradezu bestuerzt, feststellen zu muessen, dass der Hauptbeweis aus den von den ehemaligen Lagerkommandanten vor den alliierten Gerichten abgelegten Gest,ndnisse besteht. Wer auch nur einen Moment sich in die Situation dieser besiegten M,nner hineinzuversetzen in der Lage ist, deren Wohl und Wehe vollstaendig in den Haenden ihrer Kerkermeister lag, denen Luege und Wahrheit nur noch untergeordnete Elemente einer Stategie des Ueberlebens sein konnten, der wird nicht bereit sein, derartige Gestaendnisse ohne weiteres fuer bare Muenze zu nehmen. Was also glauben und was nicht? Bislang gibt es keine wirklich umfassende Aufarbeitung der gegen verantwortliche Nazis in Deutschland, Polen, Frankreich, der UdSSR etc. gefuehrten Prozesse. Nicht jeder kann sich Zutritt zu den Archiven verschaffen; jeder aber kann den Schauer froestelnder Erregung des eigenen kritischen Geistes spueren, indem er das mit bizarren Vorstellungen und Unvereinbarkeiten gespickte Gestaendis des Auschwitzkommandanten Hoess noch einmal liest; den Bericht eines Mannes, der nur noch den polnischen Untersuchungsrichter vor Augen hatte, und, am Ende des Tunnels, den Strick der Hinrichtung. Womit eine kleine kritische sbung, die sehr gesund ist und die ein jeder leicht nachmachen kann, absolviert waere. /24/

Andere Dokumente haben gelegentliche oder unfreiwillige Zeugenaussagen zum Gegenstand; die bekanntesten davon sind die Berichte Gerstein, Kremer, Nyiszli. Es ist nicht mein Anliegen, mich in die eigentlichen Zentren der jeweiligen Fragestellungen zu begeben. Ich will hierzu nur bemerken, dass die Seltsamkeiten nicht zu uebersehen sind, die im uebrigen anderen Autoren sehr wohl bekannt und zum Ausgangspunkt ihrer Arbeiten wurden. /25/ Ich will weiterhin sagen, dass ich die daraus resultierenden Thesen und Erklaerungen fuer diskutabel halte; und man sollte sie diskutieren duerfen. Sie bilden einen sehr wichtigen Teil einer Auseinandersetzung, die bislang nicht wirklich gefuehrt wurde.

Neue Dokumente, die den bislang geltenden Kanon der Zeugenschaften veraendern koennten, sind nur wenige aufgetaucht. Allerdings - wie vom revisionistischen Autor A. R. Butz vermutet /26/ - befanden sich in den Archiven der amerikanischen Aufklaerung Luftaufnahmen aus dem Jahr 1944, die - aufgenommen in geringer Hoehe - das Lager Auschwitz zeigen. Die Bildauswerter der CIA haben eine Reihe davon veroeffentlicht, um diese dem von den polnischen Untersuchungskommssionen dargestellten Verlauf der Ereignisse gegenueberzustellen. /27/ Die Bilder sind mit dem 4. April, dem 26. Juni, dem 26. Juli und dem 25. September datiert, d. h. sie stammen aus einer Zeit, in der nach der Darstellung von Leon Poliakov /28/ die Zahl der taeglich verbrannten Leichen am hoechsten war: zwischen 12.000 und 15.000 taeglich im Mai und Juni, und sogar 22.000, folgt man der Mitteilung von Dr. Robert Levy /29/. Auf den Fotos ist die Umgebung der Krematorien vollkommen leer. Weder irgendwelche Menschengruppen, noch sonst irgendeine Regung oder Aktivitaet. Ein Mal ist eine Gruppe von Gefangenen in der Naehe eines Zuges unweit der Krematorien zu sehen. Daneben folgender Text: "Viele der Ueberlebenden erinnern sich, dass aus den Schornsteinen der Krematorien ununterbrochen Flammen loderten und Rauch aufstieg, der kilometerweit zu sehen war; die von uns untersuchten Fotografien liefern dafuer keinerlei Bestaetigung" (S. 11). Dem entspricht der Rest. Die beiden Analysanten, den polnischen Text in der Hand, haben offensichtlich keine Sekunde lang daran gedacht, zu zweifeln. Sie versuchten schlicht und einfach auf den Fotos das Berichtete ausfindig zu machen; aber, seltsamerweise sagen die Fotos hierzu nichts. Diese sind - um es zu allem Ueberfluss zu sagen - durchaus keine Bestaetigung der Berichte zur Arbeitsweise der Krematorien. Und man darf, ohne ein manischer Hyperkritiker zu sein, darum bitten, dass derartige Widerspruechlichkeiten nicht einfach so stehengelassen werden.

Waehrend die einen glauben, sich mit dem verfuegbaren Material zufriedengeben zu koennen, scheinen andere ueberzeugt zu sein, dass es noch eine Menge zu entdecken gibt. Man erfaehrt aus le Monde /30/ so nebenbei, dass Praesident Carter mit dem Ziel, eine Dokumentation zum Voelkermord an den Juden waehrend des Zweiten Weltkrieges zu erstellen, eine von Elie Wiesel als ehemaligem Gefangenen geleitete Sonderkommision eingesetzt hat: welche ihrerseits 44 ihrer Mitglieder nach Polen, in die UdSSR und nach Israel entsandte, die sich in Moskau mit dem Chefanklaeger der Sowjetunion in Nuernberg (der inzwischen Generalstaatsanwalt wurde) trafen. "Jedenfalls Elie Wiesel zufolge war die Begegnung mit dem Generalstaatsanwalt Roman Rudenko im Hinblick auf das Ziel der Reise von groesstem Nutzen. In der Tat verfuegen die Sowjets hinsichtlich der Vernichtungslager ueber die reichhaltigsten Archive (ihre Truppen haben Auschwitz, Treblinka, Maidanek etc. befreit). Bislang hatten Forscher aus dem Westen keinen Zutritt. Die Mitlglieder der amerikanischen Delegation hoffen, dass die Sowjets ihnen nach dieser Unterredung nun diese Archive oeffnen." Wir hoffen es auch.

 

Anmerkungen zum Ersten Teil

6. Olga Wormser-Migot: "Le Systeme concentrationnaire nazi, 1933-1945", Paris 1968, P.U.F., S. 541-544.

7. Germaine Tillion: "Ravensbrueck", Le Seuil, Paris 1973, S. 284. und ebenda, S. 272 u. 273.

8. "Keine Vergasung in Dachau", von Dr. Martin Broszat, in: Die Zeit, Nr. 34, vom 19. 8. 1960, S. 16. Mit "Keine Vergasung in Dachau" ist neben dem Schreiben Broszats ein weiterer Leserbrief von Wilhelm van Kampen zum naemlichen Thema (und Artikel von R. Strobel "Weg mit ihm" aus der Zeit, Nr. 33) uebertitelt. Broszats Schreiben im Wortlaut:

"Weder in Dachau noch in Bergen-Belsen noch in Buchenwald sind Juden oder andere Haeftlinge vergast worden. Die Gaskammer in Dachau wurde nie ganz fertiggestellt und "in Betrieb" genommen. Hunderttausende von Haeftlingen, die in Dachau oder anderen Konzentrationslagern im Altreichsgebiet umkamen, waren Opfer vor allem der katastrophalen hygienischen und Versorgungszustaende: Allein in den zwoelf Monaten von Juli 1942 bis Juni 1943 starben laut offizieller Statistik der SS in allen Konzentrationslagern des Reiches 110.812 Personen an Krankheiten und Hunger. Die Massenvernichtung der Juden durch Vergasung begann 1941/1942 und fand ausschliesslich an einigen wenigen hierfuer ausgewaehlten und mit Hilfe entsprechender technischer Einrichtungen versehenen Stellen, vor allem im besetzten polnischen Gebiet (aber nirgends im Altreich) statt: in Auschwitz-Birkenau, in Sobibor am Bug, in Treblinka, Chelmno, und Belzec.

"Dort, aber nicht in Bergen-Belsen, Dachau oder Buchenwald, wurden jene als Brauseb,der oder Desinfektionsraeume getarnten Massenvernichtungsanlagen errichtet, von denen in Ihrem Artikel die Rede ist. Diese notwendige Differenzierungaendert gewiss keinen Deut an der verbrecherischen Qualitaet der Einrichtung der Konzentrationslager. Sie mag aber vielleicht die fatale Verwirrung beseitigen helfen, welche dadurch entsteht, dass manche Unbelehrbaren sich einzelner richtiger, aber polemisch aus dem Zusammenhang gerissener Argumente bedienen, und dass zur Entgegnung Leute herbeieilen, die zwar das richtige Gesamturteil besitzen, aber sich auf falsche oder fehlerhafte Informationen stuetzen. Dr. M. Broszat, Institut fuer Zeitgeschichte, Muenchen."

9. Man vergleiche hierzu die Antwort von Serge Choumoff an O. Wormser-Migot, in le Monde, vom 7. 6. 1969, und ebenso in: L'Amicale des deportes de Mauthausen: "Les chambres a gaz de Mauthausen", 1972.

10. David Rousset: "Les Jours de notre mort", Paris 1947, Le Pavois. Siehe auch das bereits erwaehnte Buch von Germaine Tillion, S. 263.

11. Germaine Tillion, a.a.O., S. 7.

12. Leon Poliakov: "Breviaire de la haine", 1974, TB, S. 12-13. (Erstausgabe 1951).

13. "Nuernberg hatte einen Fehler: es wurde von den Siegern eingerichtet, die ueber die Verlierer zu Gericht sassen", sagte Jean-Paul Sartre, die Arbeitsweise des Russel-Tribunals erlaeuternd; Le Monde, vom 10. 5. 1975.

14. Artikel 19 und 21 des Statutes des Internationalen Militaergerichtshofes, IMT, Dokumentation des "Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher", 1947-1950.

15. Erlaeuternde Bemerkung zu einem auf den Seiten 176 und 177 des Buches "Auschwitz", franzoesische Ausgabe, Ed. Interpress, Warschau, 1978, wiedergegebenen Foto.

16. Paul Veyne: "L'Inventaire des differences", Le Seuil, 1976, S.

17. Eine Bestandsaufnahme dieser Probleme bietet: Pierre Aycoberry: "La Question nazie, les interpretations du national-socialisme, 1922-1975", Le Seuil, Points-Histoire, Paris 1979.

18. Jean Paulhan: "De la Paille et du grain", Editons de Minuit, Paris, 1952, und 1968, neu herausgegeben von J.-J. Pauvert; "Lettre aux directeurs de la Resistance", Paris, 1968.

19. Georges Wellers, in Le Monde vom 29. 12. 1978.

20. Francois Delpech, in Le Monde, vom 8. 3. 1979.

21. Leon Poliakov: "Breviaire de la haine", 1974, TB, S. 171. In dem Vorwort von 1974 zu diesem Buch, das 1951 geschrieben wurde, stellt der Autor fest, dass es in einem Vierteljahrhundert kaum Neues gegeben habe und auch "ernsthafte Arbeit in Detailfragen zu keinem Ergebnis" gefuehrt habe; S. 11-12. 22. Siehe dazu die Arbeit von Noam Chomsky und Edward S. Herman: "The Political Economy of Human Rights", 2 Bd., South End Press, Boston, 1979.

23. Jean Norton Cru: "Temoins", 1929; "Du temoignage", 1930. Der letzte Text ist teilweise von J.-J. Pauvert 1967 neu herausgegeben worden. Siehe auch: Marie Bonaparte: "Mythes de guerre", P.U.F., Paris 1950, S. 182ff.

24. "Kommandant in Auschwitz. Autobiographische Aufzeichnungen von Rudolf Hoess. Eingeleitet und kommentiert von Martin Broszat", Stuttgart 1958, Deutsche Verlags-Anstalt.

25. Dazu die kleine, eine gewisse Verlegenheit offenbarende Notiz von Leon Poliakov und Pierre Vidal-Naquet "A propos du témoignage sur Kurt Gerstein", Le Monde, vom 8. 3. 1979, (d.h. "Zum Zeugnis ueber Kurt Gerstein"; aber haette es statt "sur" nicht "de", d.h. "von" K. Gerstein heissen sollen?).

26. A. R. Butz: "The Hoax of the Twentieth Century", Historical Review Press, Southam 1976, S. 150; deutsch: "Der Jahrhundert-Betrug", Vlotho 1977, Verlag fuer Volkstum und Zeitgeschichtsforschung.

27. Dino A. Brugioni und Robert G. Poirier: "The Holocaust Revisited: A Retrospective Analysis of the Auschwitz-Birkenau Complex". Central Intelligence Agency, National Technical Information Service, Washington, 1979.

28. ebenda S. 304.

29. In "Temoignages strasbourgeois", Paris 1947, S.433, zit. bei Poliakov. Poliakov bemerkt auf der gleichen Seite, dass die Kapazitaet der Krematorien nach einer polnischen Quelle mit 12.000 Verbrennungen pro Tag angegeben werde, und zitiert Hoess, der von einer Kapazitaet von maximal 4.000 taeglich spricht. Keinerlei Kommentar aber zur offensichtlichen Unvereinbarkeit dieser Zahlen; er tut, als waere ihm dies nicht aufgefallen. Soll doch der Leser sehen, wie er damit zurechtkommt.

30. Le Monde vom 8. 8. 1979.


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Erster Teil, Kapitel 2, "Der historische Aspekt" von Historische Warheit oder Politische Wahrheit ? Die Macht der Medien : Der Fall Faurisson, Berlin, 1994, Verlag der Freunde, Postfach 350264, 10211 Berlin, S. 5-21. Übertragung aus Französisch von Andreas Wolkenpfosten. ISBN 3-9803896-0-X. Es ist besser das Buch von den Verlag zu kaufen.

Originalausgabe : Serge Thion, Vérité historique ou vérité politique, Paris, La Vieille Taupe, 1980.



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