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Serge Thion

Historische Wahrheit oder Politische Wahrheit?

Die Macht der Medien: der Fall Faurisson

Zweiter Teil

Zweites Kapitel

Die eigentliche Affäre Faurisson

[Zweiter Teil dieses Kapitel]

Ich frage mich, in welcher Richtung ich noch nicht geforscht habe.

Mein erster Besuch im Dokumentationszentrum für Jüdische Zeitgeschichte geht auf das Jahr 1967 zurück. Von Anfang 1974 bis Juli 1977 habe ich Hunderte, ja Tausende Stunden in diesem CDJC verbracht, auch wenn man sich dort verschiedene Dinge hat einfallen lassen, mir meine Besuche und die Bedingungen der Arbeit immer mehr zu erschweren. Ich habe die Bestände zum Stichwort "Vernichtung/Vergasung" vollständig ausgewertet, dazu viele andere, unter diesem Stichwort nicht erfaßte Dokumente. Ich habe mich mit den Herren Wellers, Rutkowski und vor allem mit Herrn Billig mehrfach unterhalten. Der letztere, der mir 1974 in einem Brief sein Erstaunen ausgedrückt hatte, wie man an der Existenz der "Gaskammern" zweifeln könne, da es doch so viele Beweise gäbe, hat mir gegenüber im Mai 1977 anerkennen müssen, daß er nach Lage der Dinge nicht ein Beweisstück für die Existenz auch nur einer "Gaskammer" liefern könne. Als ich ihn daraufhin fragte, ob ihm ein Person bekannt sei, die mir einen solchen Beweis liefern könne, antwortete er, daß er letztendlich niemanden wisse. Er fügte hinzu -- ich muß es mitteilen --, daß seiner Meinung nach, sollte es keine Gaskammern gegeben haben, zwangsläufig eine andere industrielle Methode existierte -- welche genau, konnte er nicht sagen --, ein gigantisches Massaker, einen "Genozid" durchzuführen.

Ich hätte zu solch einer Art Rückzug viel zu sagen, aber lassen wir es.

Im Verlauf unseres Gespräches am 24.9.1974 sagten Sie: "Die Deportierten dürfen nicht angegriffen werden. Ich bitte Sie um eines: versprechen Sie, nichts derartiges zu schreiben". Meine Antwort war: "Ein Aufsatz von mir wird vielleicht erscheinen. Ich bemühe mich darum." Sie haben dann gesagt: "Schicken Sie ihn mir".

Was hiermit geschehen soll. Diesen Aufsatz mit dem Titel "Das Problem der Gaskammern" habe ich am 26.6.1977 der Zeitung Le Monde geschickt; diese zögert, ihn zu veröffentlichen. Le Monde schuldet mir Wiedergutmachung. Man hat mich am 11.8.1974 beleidigt und mir das Recht auf Gegendarstellung verweigert. Diese Wiedergutmachung wird mir früher oder später, auf die eine oder andere Art, zuteilwerden. P. Viansson-Ponte, stellen Sie sich das vor, hät mich für einen Sympathisanten der Nazis. Er beklagt sich, ich hätte ihn, in meinen Briefen an J. Fauvet oder an andere seiner Kollegen, beleidigt. Er meint in diesen vermutlich die Zeichen irgendeiner Tollheit zu erkennen. Seine Bosheit vom 11.8.1974 hat er vergessen. Ich habe ihm gesagt, daß er, zu allem übrigen, den Inhalt der Broschüre von R. Harwood in seinem Artikel vom 17./18.7.1977 grob entstellt hat. Ich sagte ihm, daß ich meinerseits nicht die gleiche Behandlung erfahren möchte (das heißt, nicht das Objekt von Entstellungen, Verdrehungen, Verfälschungen usw. zu sein wünsche). Ich habe ihm gesagt, daß es im Text von Harwood sehr Gutes und sehr Schlechtes gäbe, usw. usf. Er hat mir einen wutschnaubenden Brief geschrieben. Darin teilte er mir mit, er wäre mich anzuhören bereit, unter der Voraussetzung, Germaine Tillion oder -- an ihrer Stelle -- Frau Olga Wormser-Migot sage oder schreibe ihm, daß ich mit meiner die "Gaskammern" betreffenden These nicht unrecht hätte. Ich habe ihm geantwortet, daß ich zu Frau Tillion wegen ihrer Bezeugung der angeblichen "Gaskammer" in Ravensbrück kein Vertrauen hätte. Und fügte hinzu: "Mit Frau Olga Wormser-Migot bin ich einverstanden. Lassen Sie uns, Frau Wormser-Migot, Sie und mich, zusammentreffen. Sie hat mich 1974 liebenswürdigerweise bei sich empfangen. Sie kennt meine Dokumentation nicht. Aber binnen zwanzig Minuten wird sie wissen, was von diesen zu halten ist."

Meinem Kollegen Delpech -- den ich nur sehr flüchtig, vor allem von Begegnungen im CDJC kenne -- hätten Sie gesagt: "Achtung! Faurisson ist kein Nazi. Macht ihm keinen Ärger." Ich frage mich, ob dieser Verdacht des Nazismus im Grunde nicht auch bei P. Viansson-Ponte den Stein des Anstoßes bildet. Vielleicht können Sie ihn, wenn sonst schon nichts zu machen ist, wenigstens in diesem Punkt beruhigen.

Mein Aufsatz, ist das der eines Nazis? Ist er gewalttätig, aggressiv?

Glauben Sie mir bitte, daß, wenn es darum ginge, dieser ganzen Affäre um die "Gaskammern" und den "Völkermord" die Schärfe zu nehmen, dieser Artikel es leisten kann. Zur Zeit entwickeln sich die Dinge schnell, sehr schnell.

Dabei ist doch alles sehr einfach: "Wenn es die "Gaskammern" nicht gegeben hat, soll es gesagt oder verschwiegen werden?" Auf diese meine Frage nur, gilt es zu antworten.

Ich habe ohne Umschweife zu Ihnen gesprochen. Antworten Sie mir auf die gleiche Weise.

Die Antwort ist mit dem 7.11.1977 datiert:

[...] Ich kann Ihnen nicht ein ganzes Buch schreiben, will aber meine Position präzisieren.

1. Ihr Besuch hat mich in jeder Beziehung sehr bewegt. Ich habe vor allem an diese unausgesetzte Verfolgung eines ehrlichen Mannes gedacht.

2. Der erste Unterschied, der meine Positionen von den Ihren trennt, ist der, daß ich -- Sie wissen es -- glaube, daß es in Auschwitz und Majdanek Gaskammern gab, ebenso wie eine "Experimentalkammer" (1 m x 2 m x 3 m) in Struthof.

3. Letzter und wichtigster Unterschied: Es ist klar, daß Ihre Haltung die Gefühle der Deportierten, die von den erlittenen Qualen tief traumatisiert sind, nur verletzen kann. Es gibt Fälle, in denen die Geschichtsschreibung sich gedulden muß, bis die Zeit eine von Aggression freie Untersuchung gewisser schrecklicher Fragen gestattet.

Hören Sie mir zu -- und Sie wissen, daß ich Ihre Forschungen von jedem anderen Streben als dem nach der historischen Wahrheit frei glaube: Ihre verhärtete Haltung von dem Zeitpunkt an, da gegen ihre Thesen Einspruch erhoben wurde und ihre Verteidigung selbst Sie nur noch mehr in Opposition zu den Deportierten brachte, hat Verwirrung gestiftet.

In der Tat erscheinen Sie, je mehr Argumente Sie zur Begründung Ihrer Position aufführen, je stärker Sie deren Richtigkeit behaupten, um so mehr in gewissen Augen als jemand, der Hitler von einer gegen ihn und seine Lager erhobenen Beschuldigung reinwäscht.

Meines Erachtens, verehrter Herr, kann eine solche Fragestellung nicht anders als auf umfassende, den Zusammenhang des Nazismus berücksichtigende Art und Weise behandelt werden. Folterungen, Experimente, Völkermord, Krematoriumsöfen und Leichengruben; sagen Sie mir, ob im Hinblick auf all die schrecklichen Dinge, auf die ganze schmutzige Geschichte, die Existenz oder Nichtexistenz von Gaskammern von derart "herausragender" Bedeutung ist, daß den Deportierten in diesem Punkt noch heute Wunden geschlagen werden müssen und Ihre eigene Existenz ruiniert zu werden verdient?

Ich erinnere Sie daran, daß ich bei ähnlicher Gelegenheit, und zwar in meiner Arbeit Le Systeme concentrationnaire nazi, wie Sie wissen, die Existenz der Gaskammern in Ravensbrück und in Mauthausen in Zweifel gezogen habe, über den Zweifel noch hinaus gegangen bin; und aufgrund der Halsstarrigkeit seitens der Historiker, die nur zur Vergiftung der Angelegenheit beitrugen, habe ich ganz einfach eine die Position der Deportierten zu diesem Thema erklärende Berichtigung eingefügt. Denn in meinen Augen kommen die Deportierten immer zuerst.

Sie sollten wissen, daß ich bereit bin, Ihnen im Rahmen meiner Möglichkeiten mit allen Kräften beizustehen, Ihr Leben, Ihre Arbeit und Ihre Familie von den Sie schädigenden Beschuldigungen zu befreien. Aber ich bitte Sie, alles zu tun, den Geist dieses Briefes zu verstehen.

Das ist der Grund, warum ich Ihrem Wunsch nach einem Treffen mit Herrn Viansson-Ponte in meiner Gegenwart nicht nachkommen kann: der Streit zu solch einem Thema sollte nicht fortgeführt werden. Dagegen werde ich ihm mit der gleichen Post schreiben.

Ich weise noch einmal auf die Notwendigkeit einer realistischen Geisteshaltung Ihrerseits hin. Ich bin bereit, an wen auch immer Sie wollen zu schreiben, auf daß man sich der Unsinnigkeit der gegen Sie gerichteten Beschuldigungen bewuxt werde. Aber nur im Sinne dieses Briefes."

Das von P. Viansson-Ponte erbetene Schiedsgericht wird also nicht stattfinden. Faurisson versucht am 14.10.1977 nochmals und letztmalig, seine Sache -- die des Rechtes auf freie Meinungs,uxerung (verstanden als Recht, diese Meinung auch zu veröffentlichen: kleiner Unterschied) -- bei Le Monde einzuklagen:

"An die Herren Fauvet und Lauzanne,

ungeachtet des äußerst unangenehmen Tones seiner Briefe habe ich ehrlichen Herzens versucht, mich Herrn Viansson-Ponte zu erklären und verständlich zu machen. Vollkommen vergebens. Es ist unmöglich mit jemandem zu sprechen, der offenbar nur an oberflächliches Lesen gewöhnt ist. Herr Viansson-Ponte teilt Schläge aus, er aber stellt sich nicht. 1974 hat er mir mit diesem Artikel von Frau Delbo einen üblen Hieb versetzt, dessen Konsequenzen auf beruflichem, gewerkschaftlichem und familiärem Gebiet ich ihm am 11.8.1977 erneut vor Augen zu führen versuchte. Eine einzige dieser Auswirkungen nur, wäre ein anderer als ein "Nazi" davon betroffen, hätte zu Aufsätzen und Kommentaren in den Spalten Ihrer Zeitung geführt. Herr Viansson spottet über das, was er als meine "Streitigkeiten" zu bezeichnen wagt und lehnt jede Verantwortung dafür ab. Er geht sogar so weit, zu sagen, ich wäre in dem Aufsatz von 1974 "weder genannt, noch bezeichnet" worden. Dieser Artikel aber, der Teil einer Pressekampagne war, beginnt mit einem langen Zitat. Dieses Zitat hat man in Yedioth Aharonoth (vom 26.5.1974), in Tribune juive-Hebdo (14.6.), im Canard enchainé (17.7.) lesen können: der Autor wurde wiederholt mit Name und Adresse genannt. Es handelte sich um Faurisson, Dozent an der Sorbonne. Diese und andere Zeitschriften sind auf die Angelegenheit wiederholt eingegangen.

Am 14.5.1974 hat mich einer Ihrer Mitarbeiter um Genehmigung zum Abdruck dieses Textes gebeten. Und zwar mit folgenden Worten: "(Ich) frage Sie, ob Sie gegen eine eventuelle Veröffentlichung Einwände vorzutragen hätten." Ich antwortete mit einem Einschreiben vom 21.5., daß ich mir die Veröffentlichung eines persönlichen Briefes verbitte. Am 11.8. aber, auf dem Höhepunkt der Pressekampagne, erlebe ich das Erscheinen dieses Textes unter der Verantwortung von Herrn Viansson-Ponte. Ich wurde hier, mit der Feder einer Frau Delbo, als "armer Irrer" behandelt, als Professor, der einzig und allein "Beweise gegen die Wahrheit" sammelt, als "perverser Geist"; der Titel dieses "Zeugnisses" klagt mich schlicht und einfach der "Fälschung" an.

Ein jeder ehrenhafte Mensch wird, glaube ich, ein solches Vorgehen als einer großen Zeitung unwürdig empfinden. Ich meinerseits sehe darin eine Gemeinheit, die ich bei den anderen Zeitschriften, die mich angreifen, nicht entdecken kann. Und es ist Le Monde, die sich derart verhält. Ich werde mich damit nicht abfinden. Und offen gesagt, ich glaube nicht, daß Sie beide so etwas entschuldigen würden. Ihre Zeitung schuldet mir Wiedergutmachung. Diese fordere ich jetzt seit drei Jahren. Ich bin Ihnen gegenüber korrekt gewesen. Ich habe mich zu keinerlei verbaler Entgleisung hinreißen lassen. Seien Sie so gerecht, anzuerkennen, daß meine Antwort von 1974 (zum "Recht auf Zweifel und zur Forschung"), ebenso wie meine Antwort von 1977 (zum "Problem der Gaskammern") in einem ganz anderen Ton gehalten ist, als die beleidigende Veröffentlichung, die Herr Viansson-Ponte -- nach Monaten des Nachdenkens vielleicht -- in die Spalten Ihrer Zeitung gebracht hat.

Am 6.8.1977 sandte letzterer mir einen seltsamen Brief, in welchem er mir mitteilte, daß er meinen Text zum "Problem der Gaskammern" nur unter der Bedingung veröffentlichen wolle, daß Frau Germaine Tillion oder Frau Olga Wormser-Migot meine Thesen für diskutabel hielten. Obwohl ich weder auf eine Beweisführung durch Autorität noch durch Empfehlung oder Patronage auch nur das Geringste gebe, habe ich aus einem Geist der Versöhnung heraus akzeptiert, Frau Wormser-Migot Einblick in meine Unterlagen zu gewähren. Was Frau Tillion betrifft, die bei den Journalisten hohe Anerkennung genießt, so hat sie sich in meinen Augen mit ihrer wiederholten "Bezeugung" einer "Gaskammer" in Ravensbrück um ihre Glaubwürdigkeit gebracht, -- haben die historischen Institute doch schließlich zugeben müssen, daß es eine solche dort auch nicht ansatzweise gegeben hat (siehe insbesondere Martin Broszat, in Die Zeit vom 19.8.1960). Dazu schrieb mir Ihr Mitarbeiter, nachdem ich ihm die Annahme seines Vorschlages mitgeteilt hatte, am 11.8.1977, er habe bei Frau Tillion und bei Frau Wormser-Migot angefragt; und er fügt hinzu: "Die eine wie die andere, dazu befragt, haben mich wissen lassen, daß sie Ihre These als absurd, Ihre Hartnäckigkeit als zwanghaft empfinden, und daß es keinerlei Grund gäbe, eine Diskussion zu eröffnen, aus der die Pro-Nazi-Propaganda [Herr Vianson-Ponte spricht eigenartigerweise von "Gegenpropaganda"] unweigerlich Unterstützung ziehen könnte." Ein wenig weiter unten schreibt er noch: "(...) lassen Sie mir von Frau Wormser-Migot eine schriftliche Bürgschaft zukommen (...)".

Das heißt, sich über die Leute lustig zu machen. Das bedeutet, sich ein weiteres Mal davonzustehlen. In gleicher Weise schrieb Herr Viansson-Ponte zur Broschüre Richard Harwoods eine beleidigende Rezension. Die er im übrigen beginnt, ohne dem Leser den kleinsten Hinweis zu geben, wo er das Heft finden könne, sich eine eigene Meinung zu bilden. Dann macht er Sie glauben, das Ausmaß der Reaktionen auf eine von ihm verantwortete Affäre konstatierend, er wolle (das schließe ich jedenfalls aus einem Brief Herrn Lauzannes vom 22.7.) -- die provozierten Reaktionen berücksichtigend -- auf das angesprochene Problem zurückkommen. Tatsächlich aber ist nichts geschehen.

Ist das offen und ehrlich? Herr Viansson-Ponte ist in seinem Büro, die Feder in der Hand, stärker, als unter dem Scheinwerferlicht des Fernsehens. Frontal angestrahlt, ist es sehr schwierig, einer Möglichen Antwort auf übertriebene oder beleidigende Äußerungen auszuweichen. Ich habe die Polemiker im Fernsehen oft genug nicht wiedererkannt: sie vertreten nicht einmal die Hälfte dessen, was sie geschrieben haben.

Ich übernehme voll und ganz die Verantwortung für meine "freie Meinungsäußerung" zum Schwindel mit den "Gaskammern". Es hat die Presse in seiner Gesamtheit und leider auch speziell Le Monde wegen ihres dreixßgjährigen Schweigens, oder eher wegen der Knüppelei ihrer Kriegspropaganda, die jede kritische Betrachtung der Geschichte verhinderte, eine schreckliche Verantwortung auf sich geladen. Die Zeit ist reif, von Fehlern dieser Art loszukommen. Ich bitte sehr darum, Le Monde möge jenen, die die offizielle Geschichtsschreibung bestreiten, im zentralen Punkt der "Gaskammern" ein anderes Recht einräumen als das Schweigerecht. Es gibt ein Verlangen nach Märchen auf der einen Seite, und dann auf der anderen Seite die Pflicht, wahrhaftig zu sein, und die Schwierigkeit, wahrhaftig zu sein. Möge Le Monde schließlich und endlich das Recht auf freie Meinungsäußerung für dieses Kapitel anerkennen und dem Beschuldigten selbst das Recht gewähren, sich selbst zu verteidigen. Schluß mit der Zensur! Ich fordere ein elementares demokratisches Recht: das Recht zu zweifeln, zu forschen, die Meinung frei zu ,uxern: das Recht auf Gegendarstellung. Gestatten Sie, meine Herren, Ihnen im Hinblick auf Ihren Mut und Ihr Urteilsvermögen mein Vertrauen auszusprechen."

Das führt alles zu nichts. Die Häresie ist ohne Zweifel zu schwerwiegend, als daß die Demokratie hier helfen könnte. Den Leserbriefabteilungen verschiedener allgemeinverständlicher historischer Zeitschriften läßt er Notate zukommen, auf diese Weise vielleicht eine Diskussion auszulösen, aber vergeblich.

In Historama (November 1975, S. 10):

 

[Nacht und Nebel]

"Ich erlaube mir, Sie auf einen Fehler und eine Unterlassung auf den Seiten 87 und 88 im Juliheft Ihrer Zeitschrift (1975) aufmerksam zu machen.

Der Fehler: der "Nacht und Nebel Erlaß" ist nicht vom 12.12., sondern vom 7.11.1941 datiert. Es ist wahr, daß der Text dieses Befehls -- wenn ich mich nicht irre -- bis heute nicht aufgefunden wurde und man noch immer, wie bereits beim Großen Nürnberger Prozeß, den mit dem 12.12. datierten Text als Quelle zitiert.

Eine Unterlassung, die jedenfalls für den, der unter Geschichtsschreibung nicht journalistische Propaganda versteht, schwer wiegt: "Nacht und Nebel" ist ein Ausdruck, der auf Grund der Initialen N.N. erfunden wurde: bei N.N. handelt es sich um eine bei deutschen (und auch italienischen) Verwaltungsstellen übliche Abkürzung, die bedeutet, daß ein Name unbekannt sei ("Nomen Nescio") oder nicht genannt werden soll ("Nomen Notetur"). In Frankreich steht an dieser Stelle "Inconnu" ("Unbekannt"), ein "X", oder "sans autre renseignement" ("ohne weitere Angabe"). Dazu auch: Jakob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, 1889, Buchstabe N.

Im Buch von Walter Görlitz über Keitel (übersetzt von R. Moreigne, Paris 1963, Fayard) wird, ohne dies näher zu erklären, daran erinnert, daß es sich bei der Interpretation von N.N. als "Nacht und Nebel" um nichts als einen Brauch handele, den man angenommen habe.

Meinen Sie nicht, daß man auf verschiedene dieser Bräuche noch einmal zurückkommen und die Wahrheit durch eine Rückkehr zu den Quellen wieder herstellen sollte? Wir irren uns alle und wir irren uns oft; aber glauben Sie nicht, daß "Historama", von Berichtigung zu Berichtigung, zu einer Zeitschrift werden könnte, die -- im Gegensatz zu verschiedenen anderen -- sich um die Wahrheit verdient machte?"


In Historia vom August 1977 (S. 132) wird dem Brief folgende kurzen Bemerkung vorangestellt:

"Sich auf unser unter dem Titel "Les medecins S.S." erschienenes Sonderheft beziehend, geht der Dozent R. Faurisson aus Lyon auf Einzelheiten in einem langen Schreiben ein, aus dem Auszüge zu publizieren wir uns nach einem gewissen Zögern entschlossen haben, da es eine Richtung von ebenso seltener wie provozierender Originalität vertritt.

Diese Richtung zielt dahin, den Versuch der Deutschen, die Juden zu vernichten, zu leugnen. Zu den ersten, die derartiges vertraten, gehört Paul Rassinier, ein ehemaliger Deportierter, der 1962 schrieb: "Die Vernichtung der Juden in Gaskammern ist eine Geschichtslüge". Inzwischen haben der Amerikaner Arthur Butz mit The Hoax of the Twentieth Century und der Engländer Richard Harwood mit Did really six million die? (The imposture of gas chambers) ähnliches veröffentlicht:

"Ich habe die Ehre, gegen die Art und Weise dieser den SS-Ärzten gewidmeten Sondernummer der Historia, Protest zu erheben. (...)

Wie können Sie auch nur einen Moment an die Echtheit der "Gaskammer" in Struthof glauben... von der Sie im übrigen kein Foto zeigen können? Haben Sie sich gefragt, warum sich in keinem Buch über Struthof, einschließlich des Romanes vom Allainmat, eine Abbildung dieser "Gaskammer" findet, welche doch zu besichtigen ist und als "im Originalzustand befindlich" vorgeführt wird, wie der Beschriftung vor Ort zu entnehmen? Wie haben Sie diese Auxenaufnahme mit einem derartigen Schornstein reproduzieren können? (...)

Ist Ihnen bekannt, daß Kramer [der Kommandant von Struthof, später von Bergen-Belsen, -- Bem. d. Red.] ein Geständnis zur "Gaskammer" hinterlassen hat, dessen Verschwommenheit und Absurdität alles, was man bislang in den Prozessen von Moskau, Krakau (Höß) und Prag "gestehen" durfte, in den Schatten stellt?

Wie haben Sie die Fotografie von Seite 45 wiedergeben können? Haben Sie Harwoods Buch Did six million really die? nicht gelesen? Und auch das Buch von Udo Walendy nicht, Bild "Dokumente" für die Geschichtsschreibung, das diese Fotografie auf den Seiten 74 und 75 behandelt?

Ich teile Ihnen bei dieser Gelegenheit mit, daß es sich bei Ihrer Fotografie um die Montage einer Montage handelt. Sehen Sie sich die Art an, wie der Kopf der ersten Person links auf "ihren" Schultern sitzt.(...)

Und die Fotografie auf Seite 93, die Frau mit den nackten Brüsten. Wieso haben Sie wiederum nicht erkannt, daß hier montiert wurde. Sehen Sie sich den Kopf dieser Dame an! (Walendy, ebenda, S. 23) (...)

Wie können Sie sich für eine Propaganda verbürgen, die jener entspricht, die den Prozeß von Nürnberg vorbereitet hat? Erinnern Sie sich nicht an den bestürzenden Artikel 19 des Statutes dieses Gerichtes: "Der Gerichtshof ist an Beweisregeln nicht gebunden..." Ist das nicht ein schrecklicher Zynismus? Sollte hier nicht jeder ehrenhafte Mann aufwachen?

Ich bin ein erbitterter Antifaschist gewesen. Ich kann den Faschismus in keiner Form ertragen. Aber (...) ich beschwöre Sie, behalten Sie immer die Hexenprozesse im Gedächtnis. Erinnern Sie sich an deren "Geständnisse", "Beweise", "Zeugnisse". Eine Hexe ging nicht zum Richter um zu sagen: "Sie wissen sehr wohl, daß das alles falsch ist, daß der Hexensabbat eine Erfindung ist und die Begegung mit dem Teufel eine andere Erfindung." Sie hätte als vollkommen unglaubwürdig gegolten. Und trotzdem hätte sie die Wahrheit gesagt. Um sich zu verteidigen, mußte sie, von der einmal gegebenen Gesetzeslage ausgehend, für das Scheinbare plädieren und nicht für das Wahre.

Ich habe es Ihnen bereits gesagt und ich wiederhole es hiermit, daß ich bereit bin, Ihnen vollen Zugang zu all meinen Unterlagen über diesen Schwindel mit dem Völkermord zu gewähren. Es sind viele Bücher zu dieser Frage erschienen. Die Zeit ist reif."

Kommentar der Redaktion:

"Daß sich in der ungeheuren Bildsammlung zu den Konzentrationslagern durch Montagen verfälschte Fotos befinden, oder Fotos, die durch von den Agenturen beigefügte Erklärungen in irreführenden Zusammenhang gebracht, ist möglich. Daß in den Lagern weniger als sechs Millionen Juden vernichtet wurden, ist ebenfalls möglich. Daß mehrere Lager, in denen es keine Gaskammern gab, nachträglich von der Legende mit diesen ausgestattet wurden, ist wahr. Wären es aber "nur" zwei oder drei Millionen Opfer gewesen und hätte es nur in den in Polen gelegenen Lagern Gaskammern gegeben, blieben die Tragödie und der Schrecken unberührt. Die unzählbaren Zeugnisse, Geständnisse und Akten aber, die den Völkermord beweisen, mit den Geständnissen zu vergleichen, die dazu dienten, die Hexen auf die Scheiterhaufen zu schicken, ist eine Herausforderung, die anzunehmen wir weder Lust noch die Pflicht haben. (F.X.V.)"

 

Schließlich bringt Défense de l'Occident ("Verteidigung des Westens"), eine Publikation der extremen Rechten, die von Maurice Bardeche faschistischen Angedenkens geleitet wird, im Juni 1978 das Thesenpapier, um dessen Veröffentlichung sich Faurisson seit langem vergeblich bemühte. Wie Faurisson in einer Anmerkung feststellt, bürgt er nicht für die politischen Ansichten derer, die ihn veröffentlichen:


Das "Problem der Gaskammern" (a)

von Robert Faurisson (b)

Niemand, nicht einmal die Anhänger des III. Reiches, bestreiten die Existenz der Konzentrationslager. Alle Welt anerkennt gleichermaßen, daß es in verschiedenen dieser Lager Krematorien gab. Statt die Leichen zu beerdigen, wurden sie verbrannt. Auch zwang das häufige Auftreten von Epidemien zur Verbrennung, beispielsweise der Typhusleichen (siehe dazu die Fotografien der Leichenräume).

Was dagegen von zahlreichen französischen, englischen, amerikanischen und deutschen Autoren betritten wird, ist die Existenz von "Vernichtungslagern" im Deutschland der Hitlerzeit. Dieser Ausdruck bezeichnet bei den Geschichtsschreibern, die sich mit der Deportation befassen, mit "Gaskammern" ausgestattete Konzentrationslager. Diese "Gaskammern" seien, im Gegensatz zu den amerikanischen Gaskammern, zur Tötung en masse entworfen worden. Die Opfer wären Männer, Frauen und Kinder gewesen, deren Vernichtung Hitler auf Grund ihrer Rassen- oder Religionszugehörigkeit beschlossen hätte. Das ist es, was man den "Völkermord" nennt. Als Waffe par excellence dieses Völkermords, hätte man diese Schlachthöfe für Menschen, genannt "Gaskammern", benutzt, und als Gas wäre vor allem das Zyklon B (ein Insektizid auf Basis von Blausäure) benutzt worden.

Die Autoren, die die Realität des "Genozids" und der "Gaskammern" bestreiten, werden Revisionisten genannt. Ihre Argumentation ist in etwa folgende:

"Es genügt, diese beiden Fragen -- die im übrigen in untrennbarem Zusammenhang stehen -- den üblichen Methoden historischer Kritik zu unterziehen, um festzustellen, daß es sich um zwei Legenden handelt. Der verbrecherische Willen, den man Hitler unterstellt, ist niemals irgendwo bewiesen worden. Die Waffe des Verbechens ist von niemandem tatsächlich irgendwo gesehen worden. Man steht vor einem einzigartigen Sieg der Propaganda des Krieges und des Hasses. Die Geschichte ist von Schwindeleien dieser Art voll, bei den Hexenmärchen der Kirche angefangen. Was unsere Zeit in diesen Dingen von den vorangehenden unterscheidet, ist die ungeheure Macht der Medien, die heute ein ohrenbetäubendes, geradezu sbelkeit erregendes Orchester bilden, das den "Jahrhundert-Betrug" inszeniert. Pech für den, der seit dreixig Jahren auf diesen Umstand aufmerksam macht! Auf ihn warten, von Fall zu Fall, Gefängnis, Geldstrafen, Schläge, Beleidigungen. Seine Karriere wird gebrochen oder aufgehalten. Er wird als "Nazi" denunziert. Und natürlich werden seine Thesen gar nicht oder nur verdreht wiedergegeben. Kein Land wird ihm gegenüber erbarmungsloser sein als Deutschland."

Heute bricht das Schweigen um die Autoren, die die Verantwortung auf sich nahmen, zu schreiben, Hitlers "Gaskammern" -- die von Auschwitz und Majdanek eingeschlossen -- seien nichts als eine Geschichtslüge.(c) Das bedeutet einen Fortschritt. Nichts als Beleidigungen und Entstellungen aber, wenn ein Historiker wie Georges Wellers sich zehn Jahre nach dem Tod Paul Rassiniers endlich entschließt, einen winzigen Teil der Beweisführung dieses ehemaligen Deportierten, der den Mut hatte, in seinen Schriften auf die Gaskammerlüge hinzuweisen, "vorzustellen"! Die ganze Presse, eine ganze Literatur wälzt sich in diesem Sex-Shop-Nazismus (und selbst eine Zeitung wie Le Monde beteiligt sich an der Verbreitung der Idee, die neuen Nazis wagten es, die Existenz der Öfen der Krematorien(d) zu leugnen. Besser noch: es heißt, diese Neonazis wagten zu behaupten, kein einziger Jude sei vergast worden. Eine sehr geschickte Formulierung, vermittelt sie doch den Eindruck, als trieben die Neo-Nazis -- ohne die Existenz der Gaskammern zu bestreiten -- den Zynismus so weit, zu behaupten, einzig die Juden wären in den Genuß des Privilegs gekommen, nicht durch die "Gaskammer"(e) zu müssen!

Das Einfachste für einen Historiker, sich über die Thesen der Schüler Paul Rassiniers kundig zu machen, ist es, das Werk des Amerikaners A. R. Butz zur Kenntnis zu nehmen: The Hoax of the Thwentieth Century, Southam (GB) 1976, Ladbroke, Historical Review Press.(f)

Ich meinerseits will mir hier lediglich erlauben, jenen Historikern einige Bemerkungen zu widmen, deren Antrieb Forschergeist ist.

Und zunächst auf ein Paradoxon aufmerksam machen. Während die "Gaskammern" in den Augen der offiziellen Geschichtsschreibung den Eckstein des "Systems der Konzentrationslager" bilden (und es daher angebracht wäre, um den diesen deutschen Lagern eigenen perversen und teuflischen Charakter, im Vergleich zu allen KZ der Vergangenheit und Gegenwart, aufzuzeigen, den Prozeß, in dessen Verlauf die Nazis diese ungeheuerlichen Schlachthöfe für Menschen haben erfinden, herstellen und betreiben können, bis ins einzelne zu zerlegen), stellt man nicht ohne Erstaunen fest, daß in der beeindruckenden Bibliographie zur Geschichte dieser Lager nicht ein Buch, nicht eine Broschüre, nicht ein einziger Artikel über die "Gaskammern" selbst zu finden ist. Ich bitte darum, sich von gewissen vielversprechenden Titeln nicht täuschen zu lassen, sondern den Inhalt dieser Schriften selbst zu prüfen. "Offizielle Geschichtsschreibung" nenne ich jene Darstellung der Geschichte dieser Lager, wie sie von den öffentlichen oder halböffentlichen Institutionen oder Stiftungen gegeben wird, die ganz oder teilweise mit Staatsgeldern finanziert werden; in Frankreich etwa vom Comité d'histoire de la Deuxieme Guerre mondiale (dem Komitee zur Geschichte des Zweiten Weltkrieges) oder dem Centre de documentation juive contemporaine (dem Dokumentationszentrum für Jüdische Zeitgeschichte) und in Deutschland vom Institut für Zeitgeschichte in München.

Erst auf Seite 541 des Buches von Olga Wormser-Migot "Le Systeme concentrationnaire nazi, 1933-1945" wird die Frage der "Gaskammern" behandelt. Auf den Leser warten allerdings drei Überraschungen:

-- Das Thema wird auf lediglich drei Seiten abgehandelt;

-- es trägt den Titel: "Das Problem der Gaskammern";

-- dieses Problem besteht nur darin, zu wissen, ob es die "Gaskammern" von Ravensbrück (Deutschland) und Mauthausen (Österreich) wirklich gegeben hat; die Autorin schlußfolgert in aller Form, daß es diese nicht gab, unterläßt es jedoch, das Problem der "Gaskammern" in Auschwitz und anderen Lagern zu untersuchen, da es sich dort ihrer Meinung nach nicht stellt.

Der Leser jedoch hätte gern gewußt, warum eine Analyse, mit deren Hilfe auf die Nichtexistenz von "Gaskammern" in gewissen Lagern geschlossen wird, plötzlich nicht mehr angewendet wird, wenn es sich beispielsweise um Auschwitz handelt. Warum wird der kritische Geist hier munter, verfällt aber dort in tiefste Lähmung? Schließlich verfügen wir mit Bezug auf die "Gaskammer" von Ravensbrück über Tausende "Beweise", "Versicherungen" und "unabweisbare Zeugnisse", mit den wiederholten, ins einzelne gehenden Schilderungen von Marie-Claude Vaillant-Couturier oder Germaine Tillion angefangen. Und es wird noch besser. Mehrere Jahre nach dem Krieg haben die Verantwortlichen von Ravensbrück (Suhren, Schwarzhuber, Dr. Treite) noch immer das Vorhandensein einer "Gaskammer" in ihrem Lager gestanden, und das vor englischen und französischen Gerichten! Sie gingen sogar so weit, deren Funktionsweise, wenn auch undeutlich, zu beschreiben. Schließlich richtete man sie wegen dieser fiktiven "Gaskammer" hin, oder sie brachten sich um. Die gleichen Geständnisse, vor Selbstmord oder Hinrichtung, von einem Ziereis für Mauthausen oder Kramer für Struthof. Heute kann man die angebliche "Gaskammer" in Struthof besichtigen und vor Ort das haarsträubende Bekenntnis Kramers lesen. Diese als "historisches Denkmal" bezeichnete "Gaskammer" ist nichts als ein Betrug. Es genügt ein Minimum an kritischem Verstand, darauf zu kommen, daß eine jede Vergasungsoperation in diesem kleinen Raum ohne jede Abdichtung zur Katastrophe für den Vergasenden wie auch für die Umgebung geraten wäre. Um an die Echtheit dieser "garantiert im Originalzustand" befindlichen "Gaskammer" glauben zu machen, versetzte man gar einer dünnen Zwischenwand einen ungeschickten Schlag mit dem Meisel und zerstörte so vier Kacheln. Und hat auf diese Weise das Loch gebohrt, durch das Kramer die Kristalle eines Gases geworfen haben soll, von dem er nicht mehr zu sagen wußte, als daß dieses mit ein wenig Wasser versetzt, binnen einer Minute tötete! Wie hätte Kramer das Gas daran hindern können, durch dieses Loch zurückzuströmen? Wie hätte er seine Opfer durch ein Sichtloch beobachten sollen, das den Blick nur auf die Hälfte des Raumes freigab? Wie entlüftete er den Raum, bevor er diese Tür, die zu einem Schuppen oder eine Scheune gepaßt hätte, öffnete? Vielleicht sollten diese Fragen an jenes öffentliche Dienstleistungsunternehmen aus Saint-Michel-sur-Meurthe gestellt werden, das nach dem Krieg diesen Ort amgeblich in den "Originalzustand" versetzt hat.

Noch lange nach Kriegsende haben kirchliche Würdenträger, Hochschullehrer, und auch einfache Leute zu den "Gaskammern" von Buchenwald und Dachau Zeugnisse abgegeben, deren Wahrheitsgehalt zum Himmel schreit. Für Buchenwald hat eine Art des Verschwindens der "Gaskammer" aus den Köpfen derer eingesetzt, die sie gesehen haben. Im Falle Dachaus ging man anders vor. Nachdem man zunächst die Aussage Piguets, des Bischofs von Clermont, unterstützt hatte, demzufolge die "Gaskammer" inbesondere zur Vergasung polnischer Priester diente, wurde nach und nach folgendes die offizielle Wahrheit: "Diese "Gaskammer", mit deren Bau 1943 begonnen wurde, war 1945, bei der Befreiung des Lagers, noch nicht fertiggestellt. Niemand konnte hier vergast werden." Der kleine, den Besuchern als "Gaskammer" vorgeführte Raum ist in Wirklichkeit vollkommen harmlos. Auch ist nicht zu erkennen -- da man alle Möglichen architektonischen Unterlagen zur Konstruktion der "Baracke X..." (Krematorium und Umgebung) besitzt -- auf welches Dokument, und im übrigen auf welche technische Untersuchung man sich stützt, dies hier eine "nicht fertiggestellte Gaskammer" zu nennen.

Kein offizielles historisches Institut hat mehr getan, den Mythos von den "Gaskammern" glaubwürdig zu machen, als das Münchener Institut für Zeitgeschichte. Dessen Direktor ist seit 1972 Martin Broszat. Martin Broszat, Mitarbeiter des Institutes seit 1955, sollte 1958 durch die (unvollständige) Veröffentlichung der angeblichen Memoiren Rudolf Höß' berühmt werden. Am 19. 8. 1960 verkündete Martin Broszat dann seinen verblüfften Landsleuten, mit Bestimmtheit hätte es "nirgends im Altreich" eine Gaskammer gegeben, sondern an einigen wenigen hierfür "ausgewählten Stellen", "vor allem" (?) im besetzten polnischen Gebiet, darunter in Auschwitz-Birkenau. Als Mittel, diese überraschende Neuigkeit mitzuteilen, nutzte er einen schlichten Leserbrief in der Wochenschrift "Die Zeit". Der diesem Brief verliehene Titel faxte den Inhalt sehr eng: "Keine Vergasung in Dachau". Broszat liefert nicht den gerinsten Beweis, seine Behauptungen zu stützen. Bis heute, achtzehn Jahre nach diesem Brief, haben weder er noch seine Mitarbeiter die geringste Erklärung für dieses Wunder gegeben. Dabei wäre es doch von höchstem Interesse, zu erfahren,

-- wodurch M. Broszat den Beweis erbringt, daß die "Gaskammern" im Altreich ein Betrug sind;

-- wie er beweist, daß es die "Gaskammern" in Polen wirklich gab;

-- warum die zu jenen Lagern, die uns geografisch nah sind, gesammelten "Beweise", "Versicherungen", "Zeugnisse", pl"tzlich keinen Wert mehr haben, während die für Lager in Polen gesammelten "Beweise", "Versicherungen" und "Zeugnisse" gültig bleiben.

Aus einer Art stillschweigender Übereinstimmung heraus, hat nicht ein einziger offizieller Historiker Fragen dieser Art öffentlich gestellt. Wievielmal hat man sich in der "Geschichte der Geschichte" nach der puren, schlichten Behauptung eines einzelnen Historikers gerichtet?

Aber kommen wir zu den "Gaskammern" in Polen.

Die Behauptung, es hätte "Gaskammern" in Belzec oder Treblinka gegeben, stützt sich im wesentlichen auf den Gerstein-Bericht. Dieses Vermächtnis eines SS-Mannes, den man im Gefängnis an der Cherche-Midi (h) sich selbst(?)morden ließ, wimmelt von Ungereimtheiten, die es in den Augen der Geschichtsschreiber schon längst unglaubwürdig gemacht haben. Dieser "Bericht" ist übrigens noch niemals veröffentlicht worden, auch vom Internationalen Nürnberger Militärtribunal nicht (wenn man von unannehmbaren Publikationen, die voller Auslassungen, Fälschungen, Überarbeitungen stecken, absieht). Niemals ist diese Zettelwirtschaft mit ihren abwegigen Ergänzungen (das Konzept in Französisch, die Ergänzungen in Deutsch) publiziert worden.

In Sachen Majdanek ist ein Besuch der Örtlichkeit zwingend erforderlich. Ein solcher Besuch dort ist noch aufschlußreicher als einer in Struthof. Ich werde zu diesem Thema eine Dokumentation veröffentlichen.

Zu Auschwitz und Birkenau verfügt man im wesentlichen über die Erinnerungen von Rudolf Höß (i), die er unter der Aufsicht seiner polnischen Kerkermeister abgefaßt hat. Vor Ort findet sich nichts als eine "rekonstruierter" Bau nebst Ruinen.

Eine Exekution mittels Gas hat mit einem selbstgewählten oder durch Unfall herbeigeführtem Erstickungstod nichts gemeinsam. Bei einer Hinrichtung gilt es für den, der diese durchführt, sowie für die Helfer, jedes Risiko auszuschließen. Auch benutzen die Amerikaner für ihre Hinrichtungen ein in technischer Hinsicht sehr aufwendig bereitetes Gas, und das in einem sehr kleinen, hermetisch abgeschlossenen Raum. Nach dem Einsatz wird das Gas abgesaugt und neutralisiert. Die Bedienungsmannschaft hat mehr als eine Stunde bis zum Betreten des kleinen Raumes zu warten.

Auch fragt man sich, wie man in Auschwitz beispielsweise 2.000 Menschen auf 210 Quadratmetern (!) unterbringen und später ein sehr aggressives Insektizid, das Zyklon B Granulat, über sie schütten (?) konnte; um schließlich unmittelbar nach dem Tod der Opfer in diesen von Blausäure gesättigten Ort ein Kommando ohne Gasmaske zum Herausholen der vergifteten Leichen zu schicken. Zwei Dokumente aus den deutschen Werksarchiven, die von den Amerikanern in Nürnberg herangezogen wurden, sagen uns im übrigen, daß das Zyklon B an Oberflächen haftet, nicht beschleunigt abgesaugt werden kann und eine Entlüftungszeit von etwa 24 Stunden erfordert usw. (j) Aus anderen Dokumenten, die lediglich vor Ort im Auschwitz-Museum einzusehen sind (k) und die bislang nirgends erwähnt wurden, geht übrigens hervor, daß der heute nur noch als Ruine vorhandene Raum von 210 Quadratmetern nichts als ein notdürftiger Leichenkeller war, zum Schutz vor der Hitze unter der Erde gelegen und mit einer einzigen einfachen Tür als Aus- und Eingang versehen.

Für die Krematorien von Auschwitz verfügen wir über Dokumente im Überfluß (wie im allgemeinen für das gesamte Lager), darunter auf den Pfennig genaue Rechnungen. Dagegen besitzt man zu den "Gaskammern" überhaupt nichts: nicht einen Bauauftrag, nicht eine Studie, keine Anweisung, keinen Plan, keine Rechnung, keine einzige Fotografie. In hundert Prozessen ist nichts derartiges vorgelegt worden.

"Ich war in Auschwitz und ich kann Ihnen versichern, daß sich dort keine Gaskammer befand". Man hört die Entlastungszeugen, die den Mut haben, einen solchen Satz auszusprechen, kaum an. Sie werden gerichtlich verfolgt (!). (l) Noch heute riskiert in Deutschland, wer auch immer es wagt, zugunsten von Thies Christophersen, der "Die Auschwitz-Lüge" (m) schrieb, auszusagen, wegen "Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener" verurteilt zu werden.

Unmittelbar nach dem Krieg erklärten die Deutschen, das Internationale Rote Kreuz, der Vatikan (der über Polen doch so gut Bescheid wuxte), erklärten sie alle kleinlaut: "Die "Gaskammern"? Wir wußten davon nichts".

Wie soll man aber auch, frage ich heute, von Dingen wissen, die es nicht gab?

Es hat nicht eine einzige "Gaskammer" in einem einzigen deutschen Konzentrationslager gegeben: das ist die Wahrheit. Dieses Nichtvorhandensein der "Gaskammern" sollte als eine gute Nachricht aufgenommen werden, die l,nger zu verschweigen falsch wäre. Wer das Wunder von Fatima als einen Schwindel bezeichnet, greift damit ebenso wenig die Religion an, wie jemand, der die "Gaskammern" als eine Geschichtslüge bezeichnet, damit die Deportierten angreift. Das bedeutet nur, der Wahrheit die Ehre zu geben."

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ANMERKUNGEN (FAURISSON)

(a) Der Ausdruck stammt von Frau Olga Wormser-Migot: Le Systeme concentrationnaire nazi, 1933-1945, Paris 1968, P.U.F., S. 541.

(b) Dozent an der Universität Lyon 2 (Textkritik und Dokumentation). Herr Faurisson bittet uns, daran zu erinnern, daß er selbstverständlich für die politischen Ansichten derer, die ihn veröffentlichen, nicht bürgt.

(c) Siehe dazu, neben den vielen, durchweg feindseligen oder beleidigenden Presseberichten, die in Le Monde juif (April-Juni 1975) erschienene Studie Hermann Langbeins "Coup d'oeil sur la littérature néo-nazie", S. 8-20. Hermann Langbein war in Auschwitz interniert gewesen. Er hat in zahlreichen Prozessen ausgesagt. Eine seiner neueren Arbeiten trägt auf Französisch den Titel Hommes et Femmes a Auschwitz (Paris 1975, Fayard). Nicht ein einziges der dreißig Kapitel dieses Buches ist den "Gaskammern" gewidmet! Statt dessen wird bei jeder Gelegenheit von "Selektion für die Gaskammer", von den "Haaren der Vergasten", von "der Gaskammer entronnenen" usw. gesprochen. Siehe dazu auch eine Studie von Georges Wellers in Le Monde juif (April/Juni 1977): "La 'solution finale de la question juive' et la mythomanie néo-nazie". Weiterhin auch Ino Arndt und Wolfgang Scheffler: "Organisierter Massenmord an Juden in Nazi- Vernichtungslagern", in Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, April 1976, S. 105 bis 135 (herausgegeben vom Münchener Institut für Zeitgeschichte unter Leitung von Martin Broszat).

(d) Siehe Le Monde vom 16./17. 10. 1977, S. 3: "Des centaines de tracts néo-nazis..."

(e) Den Gipfel derartiger Entstellung scheint Pierre Viansson-Ponte mit seiner ausführlichen Besprechung in Le Monde vom 17.-18. 7. 1977, S. 13, erreicht zu haben: der Aufsatz "Le Mensonge" ("Die Lüge") bezieht sich auf die in französischer Übersetzung erschienene Broschüre von Richard Harwood: Did Six Millions Really Die?. (R. Harwood, H.R.P., Richmond, Surrey, TW10 6AA, GB). Adresse in Richmond: 23 Ellerker Gardens [Historical Review Press]. Erstausgabe von 1975, 28 Seiten. Diejenigen, die für den Mord an F. Duprat, dem Vertreiber dieser Broschüre, verantwortlich sind oder die diesen Mord gerechtfertigt haben, stehen auch hinter den falschem Beschuldigungen Viansson-Pontes (siehe Le Monde vom 23.3.1978, S. 7 und vom 26.4., S. 9).

(f) Dessen Verleger hatte bereits die Broschüre von R. Harwood herausgegeben. Erstausgabe von 1967, 315 Seiten; Preis: 2 Pfund, 50 Pence. Das Buch ist von höchstem wissenschaftlichen Wert.

(g) Piguet: Prison et déportation, Paris 1947, Edition Spes.

(h) Dazu die Überlegung des Gerichtsmediziners, die Pierre Joffroy in L'Espion de Dieu -- la Passion de Kurt Gerstein, Paris 1969, Grasset, auf S. 262 wiedergibt.

(i) Kommandant in Auschwitz. Autobiographische Aufzeichnungen von Rudolf Höß. Eingeleitet und kommentiert von Martin Broszat, Stuttgart 1958, Deutsche Verlags- Anstalt; zu den Vergasungen S. 126 und S. 166: das Eintreten des Kommandos in die "Gaskammer" erfolgte "sofort" (S. 166).

(j) Diese beiden umfangreichen, äußerst bedeutsamen, noch nicht verwerteten Dokumente, die, wie es aussieht, nur im Prozeß gegen Gerhardt Peters (Direktor der DEGESCH) Verwendung fanden, tragen die Bezeichnung NI-9098 und NI- 9912. Sie liquidieren, ohne daß sich etwas einwenden liexe, das "Zeugnis" von Höß zu den "Gaskammern".

(k) Fotos Neg. 6228 sq.

(l) Wilhelm Stäglich beispielsweise; dazu im Buch von A. Butz.

(m) Thies Christophersen: Die Auschwitz-Lüge, Kritik Nr. 23, Mohrkirch 1973. Verlagsanschrift heute: Nordwind Verlag, Molevej 12, DK-6340 Kollund; Tel. 0045-74678568, Fax: 74678217; gefolgt von: Thies Christophersen: Der Auschwitz-Betrug (Das Echo auf die Auschwitz-Lüge). Kritik Nr. 27, Mohrkirch.

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Robert Faurisson versieht diesen Artikel mit einer "Ergänzung", die er als Kopie zusammen mit dem Text an verschiedene Persönlichkeiten schickt:

"A -- Die Schlußfolgerungen der revisionistischen Autoren (nach dreißig Jahren der Forschung):

1. Die "Gaskammern" Hitlers hat es nie gegeben.

2. Der Völkermord (oder der Versuch des Völkermordes) an den Juden hat nie stattgefunden.

3. Die angeblichen "Gaskammern" und der angebliche "Völkermord" sind Teil ein und derselben Geschichtslüge.

4. Diese Lüge, im wesentlichenzionistischen Ursprungs, erlaubte einen gigantischen politisch-finanziellen Raubzug, vor allem zugunsten des Staates Israel.

5. Die Hauptopfer dieser Lüge und dieser Schurkerei sind das deutsche und das palästinensische Volk.

6.Die kolossalen Mittel des offiziellen Informationssystems haben bislang den Erfolg dieser Lüge gesichert und jenen, die auf diese Lüge hinwiesen, die Redefreiheit beschnitten.

7. Die Parteigänger der Lüge wissen mittlerweile, daß sie diese nur noch wenige Jahre aufrechterhalten können; sie entstellen den Sinn und die Richtung der Forschungsarbeit der Revisionisten: sie nennen das, was nur eine Rückkehr zum Bemühen um die historische Wahrheit bedeutet, ein "Wiederaufleben des Nationalsozialismus" oder "Fälschung der Geschichte".

B -- Meine Veröffentlichungen nebst einer offiziellen Intervention:

1. Ein Brief an Historama (Nov. 1975, S. 10) zum Ausdruck "N.N." (der keineswegs "Nacht und Nebel" bedeutet, sondern "Nomen Nescio" oder "Anonym"; in der Praxis bedeutete das für bestimmte Gefangene ein Verbot, Post zu erhalten oder zu verschicken.

2. Fragmente eines Briefes an Historia (August 1977, S. 132): "Der Schwindel mit dem Völkermord".

3. Intervention zum Schwindel mit den "Gaskammern" auf dem "Nationalen Kolloqium von Lyon: Kirchen und Christen während des Zweiten Weltkrieges", siehe dazu Rivarol, vom 16.2.1978, S. 5.

C -- Einzelne Aspekte meines Arbeitskatalogs:

1. Bibliografie zum "Problem der Gaskammern";

2. 120 Fotografien als ein Ergebnis meiner Untersuchungen in Struthof (1974), Majdanek (1975) und Auschwitz (1975 und 1976);

3. Jahrelange Forschung im Dokumentationszentrum für Jüdische Zeitgeschichte in Paris;

4. Konsultationen spezialisierter Historiker;

5. Die "Kriegsverbrecher"-Prozesse; die Stenogramme vom EichmannProzeß;

6. Das Insektizid Zyklon B;

7. Das Wannsee-Protokoll;

8. "Endlösung" bedeutet "Zurückdrängung nach Osten";

9. Der Besuch eines Vertreters des Internationalen Roten Kreuzes im Lager Auschwitz im September 1944: Entstellungen aller Art im Vergleich zum Originalbericht;

10. L,on Poliakov, Georges Wellers und der "Gerstein-Bericht";

11. Die Memoiren von Rudolf HÖß: ein "Werk" von J. Sehn, revidiert und korrigiert von Martin Broszat;

12. Die zu besichtigenden "Gaskammern" von Majdanek: eine "Mordwaffe", die niemals von Sachverständigen untersucht wurde (idem alle anderen "Gaskammern", die man besuchen kann);

13. Die "Geständnisse";

14. "Sechs Millionen Ermordete" oder "500.000 Tote infolge von Kriegshandlungen"? Das Komitee zur Geschichte des Zweiten Weltkrieges (Henri Michel und Claude Levy) weigert sich aus "Angst vor den Vereinigungen der Deportierten", die Ergebnisse ihrer eigenen im globalen Maßstab geführten Untersuchung zu den Deportationen aus Frankreich zu veröffentlichen;

15. Das Memorial der Deportationen der Juden Frankreichs von Serge Klarsfeld: ein verspätetes, hastiges Werk, bar jeder wissenschaftlichen Grundlage; ein Viertel der Juden Frankreichs ist nach Osten zwangsverschickt oder "umgesiedelt" worden; der Autor hat sich nicht ernsthaft die Mühe gemacht, die Zahl der Getöteten zu bestimmen; er wagt es, alle Deportierten, die 1945 (!) nicht zurückgekehrt waren, die sich bei unseren bzw. den belgischen Dienststellen nicht gemeldet hatten (die Angaben des Ministeriums der Ehemaligen Kämpfer sind offiziös), als "tot" oder "vergast" zu deklarieren!!! Die Zeitungen präsentieren dieses Memorial als ein "Totenverzeichnis", als ein "Totengedenkbuch". Der Autor hat alles getan, um diesen Eindruck entstehen zu lassen...

16. Die politisch-finanziellen Folgen des "Genozids";

17. Die französische Presse und das Recht zu zweifeln und zu forschen;

18. Wie arbeitet der Journalist Pierre Viansson- Ponte von Le Monde? 19. Der "Völkermord" im französischen Fernsehen;

20. Die französische Universität und die Tradition der Hexenprozesse.

[Warnung]

Leser dieser Zeilen könnten versucht sein, meine Gedanken als einen Versuch zu interpretieren, den Nationalsozialismus zu verteidigen.

In Wirklichkeit -- und aus Gründen, die hier nicht zur Diskussion stehen -- fühle ich mich von den Ideen und der Politik Hitlers ebenso wenig angezogen, wie von Napoléon Bonaparte. Ich verweigere einfach den Glauben an die Propaganda der Sieger, nach der Napoléon ein "Menschenfresser", Hitler aber der "Satan" oder "Amalek" gewesen sei.

Möge es von aller Welt zur Kenntnis genommen werden, daß das einzige Motiv, das Ziel meiner Forschungen, die Wahrheit ist; unter "Wahrheit" verstehe ich das Gegenteil von Irrtum und Lüge.

Ich werde eine jede Unterstellung oder Anspielung, ein Nazi zu sein, als Verleumdung betrachten.

Und bitte daher eine jede natürliche oder juristische Person, sei es im Sinne des Privat- oder des Wirtschaftsrechts, die mich durch ihre Worte, Reden, Schriften oder Taten zwänge, Schutz bei Gericht zu suchen, sich die Sache zu überlegen.

Kopien dieser Seiten werden an juristische und administrative Instanzen, ebenso an Zeitschriften, Gruppen und Vereinigungen geschickt.

16.6.1978

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Der berühmte, von Faurisson bei verschiedenen Gelegenheiten geäußerte Satz: "Niemals hat Hitler angeordnet...", hat bei der Mehrzahl der Leser ein nicht zu leugnendes Unwohlsein hervorgerufen. Diese Worte sind aufgespießt und dazu benutzt worden, die Argumente Faurissons in ihrer Gesamtheit zurückzuweisen. Sie haben leidenschaftliche Diskussionen ausgelöst, und zwar auch bei denen, die bereit waren, Faurissons Argumente in Ruhe zu überdenken; sie wurden aber auch unter diesen weitgehend abgelehnt. 1979 hat Faurisson für diesen Personenkreis folgende Erklärung verfasst:

 

"Niemals hat Hitler angeordnet oder zugelassen, daß irgend jemand aufgrund seiner Rasse oder seiner Religion getötet wurde. (a)"

Erklärung dieses Satzes:


Hitler hat die Juden stets als Feinde betrachtet und sie entsprechend behandelt.

Hitler und die Nazis sagten: "Die Juden und die Alliierten wollen unsere Vernichtung, doch sie werden es sein, die vernichtet werden".

Auf die gleiche Weise haben die Alliierten und die Juden gesagt: "Hitler und die Nazis und ihre Verbündeten wollen unsere Vernichtung, doch sie werden es sein, die vernichtet werden". Für die eine Seite wie für die andere kam es vor allem darauf an, den Krieg zu gewinnen, und zwar gegen das Militär wie gegen die Zivilisten (gegen Männer, Frauen, Alte und Kinder gleichermaßen).

Auf Seite der Sieger des letzten Krieges hat man gegenüber den deutschen oder japanischen Minderheiten (die während des Krieges als gefährlich und nach dessen Ende als unerwünscht betrachtet wurden) zu einer stattlichen Reihe von Zwangsmaßnahmen gebracht: diese Sieger haben Internierungen in großer Zahl durchgeführt; sie nahmen legale Hinrichtungen vor (dem Gesetz der Sieger entsprechende), oder auch willkürliche; die Besiegten wurden mit administrativen, polizeilichen oder juristischen Mitteln verfolgt und das noch 34 Jahre nach dem Waffenstillstand von 1945, die Alliierten haben Zwangsverschickungen oder "Umsiedlungen" in großem Stil unter schrecklichen Bedingungen veranlaßt; trotzdem haben die Alliierten weder angeordnet noch zugelassen, daß irgend jemand wegen seiner Zugehörigkeit zu einer als feindlich, gefährlich oder hassenswert betrachteten Minderheit getötet wurde.

Ebenso hielt Hitler es mit den Minderheiten aus dem Lager seiner Feinde, die er für gefährlich oder hassenswert hielt (b).

Woraus folgt, daß diejenigen, die meinen, man könne in geschichtlichen Dingen auf eine Verantwortlichkeit des einen oder anderen schließen, allen Grund zu folgender Feststellung haben: Hitler und die Alliierten tragen in den Augen der Moral und der Geschichte die volle Verantwortung für alle sbel, alle Tötungen, für alle Verfolgungen, die die zivilen Minderheiten aller Länder, die sich zwischen 1939 und 1945 in offenem Krieg befanden, zu erleiden hatten."

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(a) Ich glaube, daß dieser schockierende Satz der Wahrheit entspricht. Wahrheit nenne ich das Gegenteil von Irrtum und Lüge. Ich meine, daß jeder von uns die Wahrheit zulassen muß, gleich welcher Auffassung derjenige, der sie ausspricht, sonst anhängt. Die wissenschaftliche Geschichtsschreibung vertritt keine Meinungen und sie verbürgt sich nicht für Prinzipien. Die Prinzipien sind die Privatangelegenheit eines jeden von uns. Auf diesem Gebiet hat es keinen Sinn, sich bei der wissenschaftlichen Geschichtsschreibung Hilfe holen zu wollen: sie ist hier die große Schweigende.

(b) Am 5.9.1939 hat Chaim Weizmann, Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Deutschland den Krieg erklärt. Für Hitler waren die Juden Vertreter einer feindlichen kriegführenden Nation.

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Dieser Satz erscheint mir zumindest ungeschickt, denn er ist zweideutig. Selbst wenn sich aufzeigen ließe, daß ihm eine gewisse formale Wahrheit zukommt, bleibt es doch mehr als wahrscheinlich, daß Hitler, wie übrigens auch die anderen verantwortlichen Politiker oder Militärs, es leichten Herzens hingenommen haben dürfte, daß die Juden und die anderen weder feindlichen noch kriegsbeteiligten Minderheiten, wie die Zigeuner oder die Homosexuellen, im Ergebnis der erlittenen Verfolgungen in großer Zahl starben. Diese Art des Zynismus gehört offensichtlich zur Aussteuer nicht nur einer Art von politischem Regime. Weiterhin sterben täglich Menschen auf Grund von rassischer, religiöser, sexueller oder politischer Verfolgung. Meiner Meinung nach wäre es möglich, hier mehr zu tun, solches zu verhindern.

Aber zurück zur Affäre.

Ist das Huhn nun im Topf? Gewiß nicht. Das Medium ist nicht das geeignete. Die extreme Rechte ist auf dem Feld der Forschung, des Zweifels, bei der Suche nach der Wahrheit, kaum glaubwürdig. Nach der Sommerpause nimmt Pierre Viansson-Ponte in seiner Chronik "Au fil de la semaine" seine Angriffe auf die sich "revisionistisch" nennende Schule wieder auf: "Es ist schon erstaunlich, daß die für diese Gemeinheiten Verantwortlichen nicht identifiziert und verfolgt werden: sie fallen unter das Gesetz, das die Aufstachelung zum Rassenhaß verbietet." /17/ Gewiß darf man sich fragen, welch seltsame Rechtsverdrehung hier den Bezug hergestellt hat, und auch, ob es zur Pflicht eines Journalisten gehört, zur Denunziation desjenigen aufzurufen, der entgegengesetzter Ansicht ist; zu bemerken ist allerdings, daß Viansson-Ponte es nicht wagt, Faurisson, dessen Schriften ihm nur zu gut bekannt sind /18/, namentlich zu denunzieren.

 

ANMERKUNGEN

17. "Le Mensonge (suite)", 3.-4.9.1979. Bei dieser Gelegenheit spricht V.-P. von "diesen Fälschungen Rassiniers", was die Parteigänger Rassiniers auf der extremen Linken auf den Plan ruft. Siehe auch weiter unten S. 128.

18. Wenn ich mir hier das Recht nehme, einem Journalisten gegenüber, dessen Ableben ich bedauert habe, streng zu sein, so geschieht das im Rahmen der großen Wertschätzung, die ich allem was er schrieb, stets entgegenbrachte. Ich hielt ihn für den besten Journalisten auf dem Gebiet der französischen Innenpolitik. Die leidenschaftliche Anteilnahme, die er diesem Gegenstand entgegenbrachte, ist in meinen Augen vollkommen verständlich. Ich habe diese lange geteilt und halte sie für ehrenwert. Ungeachtet dessen ließe sich natürlich versuchen, über die oft engen Grenzen des Irrationellen und der Leidenschaft hinauszusehen.


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Zweiter Teil, Kapitel 2, Teil 2, "Die eigentliche Affäre Faurisson" von Historische Warheit oder Politische Wahrheit ? Die Macht der Medien : Der Fall Faurisson, Berlin, 1994, Verlag der Freunde, Postfach 350264, 10211 Berlin, S. 5-21. Übertragung aus Französisch von Andreas Wolkenpfosten. ISBN 3-9803896-0-X. Es ist besser das Buch von den Verlag zu kaufen.

Originalausgabe : Serge Thion, Vérité historique ou vérité politique, Paris, La Vieille Taupe, 1980.



Diesen Text stellt Ihnen AAARGH in 1998 für die wissenschaftliche Forschung, zu Bildungszwecken und verwandten Anwendungen zur Verfügung. AAARGH Internattionale Büro (Vereinigung langjähriger Konsumenten von Berichten über den Krieg und den Holokaust) ist per eMail zu erreichen unter "aaarghinternational-hotmail.com".

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, 10 Dezember 1948.


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